Jazz News
Holly Schlott – 40 Jahre Fun Horns
Gleich zwei große Jazz-Jubiläen gibt es in diesem Jahr zu feiern: Die Berliner Fun Horns werden 40 Jahre alt – und Miles Davis wäre 100 geworden. Mittendrin: Saxophonist und Flötist Holly Schlott, Gründungsmitglied der Fun Horns. Am Freitag widmet sich die Band in der Berliner Kulturbrauerei einem der berühmtesten Alben der Jazzgeschichte: „Kind of Blue“.
Vier Bläser aus Ostberlin
Gegründet wurden die Fun Horns 1986 in Ostberlin. Aus einem zunächst als Studiobläsersatz gedachten Projekt entwickelte sich eine außergewöhnliche Jazzformation. Das Besondere: Die vier Musiker kommen ohne klassische Rhythmusgruppe aus. Saxophone, Klarinette, Posaune, Trompete und Flöte übernehmen selbst Melodie, Harmonie und Rhythmus.
Jazz trifft dabei auf kammermusikalische und klassische Elemente, feste Arrangements auf freie Improvisation. Mit diesem Konzept machten sich die Fun Horns weit über Berlin hinaus einen Namen. Tourneen führten sie durch Europa und unter anderem nach Afrika, Indien und Südamerika.
Holly Schlott gehört seit den Anfängen dazu. Schlott studierte Saxophon und Flöte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und war bereits in den 1970er-Jahren Teil der professionellen Jazzszene der DDR.
Miles Davis wird 100
Der zweite Jubilar wurde am 26. Mai 1926 geboren: Miles Davis. Kaum ein anderer Musiker hat die Entwicklung des modernen Jazz so stark beeinflusst. Auch für die Fun Horns ist seine Musik ein wichtiger Bezugspunkt.
Zum 100. Geburtstag nehmen sie sich deshalb ausgerechnet Davis’ legendäres Album „Kind of Blue“ von 1959 vor. Allerdings nicht als möglichst originalgetreue Kopie. Die Fun Horns übertragen die Stücke in ihre eigene musikalische Sprache – mit vier Bläsern und viel Raum für Improvisation.
„Kind of Blue“ in der Kulturbrauerei
Am Freitag, 11. September, um 20 Uhr ist das Programm „Fun Horns 40 – remembering Miles“ im Maschinenhaus der Berliner Kulturbrauerei zu erleben.
Mit Holly Schlott sprechen wir über 40 Jahre Fun Horns, die Jazzszene im Ostberlin der 1980er-Jahre und die Frage, wie man sich einem Jahrhundertmusiker wie Miles Davis nähert, ohne dessen Musik zum Museumsstück werden zu lassen.