Jazz News
Album der Woche: Alexander Rueß
Ein junger Gitarrist im Rampenlicht
Alexander Rueß gehört zu jener Generation junger Jazzgitarristen, die sich souverän zwischen Tradition und Gegenwart bewegen. Mit „Debut“, erschienen in der renommierten Reihe „Jazz thing Next Generation“, legt der in Berlin und Kopenhagen lebende Musiker sein erstes Album unter eigenem Namen vor. An seiner Seite: Luca Curcio am Kontrabass und Sebastian Merk am Schlagzeug – ein Trio, das hörbar auf Augenhöhe musiziert.
Klangporträts voller Erinnerungen
Die Stücke auf „Debut“ versteht Rueß als musikalische Porträts: Erinnerungen an Orte, Landschaften, Menschen und Begegnungen. Mal lyrisch und weit aufgeräumt, mal rhythmisch komplex und verdichtet, entsteht eine sehr persönliche Klangwelt. Besonders berührend sind die Momente, in denen das Trio viel Raum lässt und die Melodien fast kammermusikalisch wirkt.
Starke Gäste, starke Momente
Ein Höhepunkt ist die Nummer „Für Opa“, eine liebevolle Widmung, in der Posaunenstar Nils Landgren als Gast mitwirkt. Sein warmes, kantables Spiel fügt sich organisch in den Bandsound ein und verleiht dem Stück eine zusätzliche emotionale Tiefe. Mit einem frei improvisierten „Interlude“ zeigt das Trio zudem, wie intuitiv und kommunikativ es zusammenarbeitet.
Unser Fazit
„Debut“ ist ein Album, das sich ideal für ein „Album der Woche“ eignet: modern, persönlich, atmosphärisch dicht – und gleichzeitig zugänglich genug, um auch Hörer außerhalb der Jazz-Blase mitzunehmen. Ein starkes erstes Statement von Alexander Rueß, auf das man neugierig weiter folgt.
Jetzt das ganze Interview mit Eric Sommer anhören: