Jazz News
Album der Woche: Flore Benguigui
Neubeginn nach dem Pop
Mit ihrem Solo-Debüt „i-330“ schlägt Flore Benguigui ein neues Kapitel auf. Nach ihrem Ausstieg bei L’Impératrice verabschiedet sie sich vom schillernden Disco-Pop und wendet sich konsequent ihren musikalischen Wurzeln zu: dem Jazz. Dabei zeigt sie eine persönlichere, ruhigere Seite – und gewinnt gerade dadurch an Ausdruckskraft.
Zwischen Jazz und Indie-Pop
„i-330“ bewegt sich stilistisch zwischen klassischem Chanson, Jazz und moderner Indie-Ästhetik. Einflüsse von Nat King Cole bis Barbara treffen auf warme Synthesizer und reduzierte Arrangements. Benguiguis Stimme steht im Mittelpunkt: zart, klar und zugleich selbstbewusst. Die Songs wirken bewusst ungeschliffen und entfalten gerade dadurch eine besondere Intimität.
Spontan und authentisch
Aufgenommen wurde das Album im Sommer 2025 – in nur fünf Tagen und weitgehend live im Studio. Dieser Ansatz verleiht den zwölf Tracks eine spürbare Unmittelbarkeit. Statt Perfektion zählt hier der Moment, das Zusammenspiel der Musiker:innen, die Energie des Augenblicks.
Ein starkes Statement
Der Titel verweist auf die Figur I-330 aus dem Roman Wir und steht sinnbildlich für Rebellion und Selbstbestimmung. Auch inhaltlich setzt Benguigui ein Zeichen: Für künstlerische Freiheit, feministische Perspektiven und eine neue Offenheit im Jazz.
Unser Album der Woche – ein vielschichtiges Debüt zwischen Nostalgie und Aufbruch.
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