Jazz News
Album der Woche: Invisible Lights – Wes Rubim
Wes Rubim ist ein 29-jähriger brasilianischer Jazzposaunist und Komponist, dessen musikalischer Weg früh geprägt wurde. Aufgewachsen im Süden Brasiliens als Sohn eines Posaunisten, begann er zunächst mit einem klassischen Musikstudium – Jazz war in seiner Heimatregion damals kein Studienfach. Der Wunsch nach künstlerischer Freiheit führte ihn später nach São Paulo, wo er erstmals Jazz studieren konnte. Bereits nach einem halben Jahr folgte die Einladung nach Österreich, Jazzposaune zu studieren. Von 2021 bis 2025 setzte Rubim seine Ausbildung am Jazzinstitut Berlin fort und entwickelte dort seine unverwechselbare musikalische Handschrift.
Sein Debütalbum „Invisible Lights“ (VÖ 14.01.2026) wirkt wie ein musikalisches Reise-Fotoalbum. Entstanden aus Eindrücken seiner Zeit in Berlin und zahlreicher Reisen, verwandelt Rubim alltägliche Beobachtungen in poetische Jazzkompositionen. 2025 kehrte er mit diesen Stücken nach São Paulo zurück, um das Album gemeinsam mit früheren Studienfreunden aufzunehmen – als klangliche Erzählung seiner europäischen Jahre.
„Invisible Lights“ bündelt Wes Rubims Können, seine stilistischen Einflüsse und seine besondere Sensibilität für Atmosphäre. Das Stück „Berlin 4pm“ fängt die Stimmung der Stadt um 16 Uhr ein – im Wechsel der Jahreszeiten. „In São Paulo ist es um 16 Uhr immer sonnig, in Berlin wirkt der Winter düster und beinahe unruhig, während im Sommer die ganze Stadt leuchtet“, erzählt Rubim im ELLA-Interview.
Das Album überzeugt durch musikalische Finesse ohne Effekthascherei. Rubim steht Virtuosität bewusst distanziert gegenüber: Musik versteht er nicht als Wettbewerb, sondern als Ausdruck. Technik dient bei ihm immer der Aussage, nicht dem Selbstzweck.
Drei Worte, die „Invisible Lights“ treffend beschreiben:
POETISCH – EINGÄNGIG – SCHWEBEND
Das ganze Interview anhören: