Jazz News
Album der Woche: Judith Owen
Zwischen Jazz, Blues und Big Band
Judith Owen bleibt eine Ausnahmeerscheinung: Mit „Suit Yourself“ knüpft die walisische Sängerin und Pianistin an ihren internationalen Erfolg an und führt ihren musikalischen Weg konsequent weiter. Das Album verbindet die Wucht einer Big Band mit der Intimität klassischer Jazz-Arrangements und der emotionalen Tiefe des Blues. Owen, die aus einer musikalisch geprägten Familie stammt und früh vom Umfeld des Royal Opera House beeinflusst wurde, zeigt hier einmal mehr ihre stilistische Vielseitigkeit.
Klassiker und eigene Handschrift
Im Zentrum von „Suit Yourself“ stehen sowohl neu interpretierte Klassiker wie „Evil Gal Blues“ oder „Since I Fell For You“ als auch eigene Songs. Besonders die Eigenkompositionen „Inside Out“ und „To Your Door“ unterstreichen Owens Stärke als Songwriterin: persönlich, zeitlos und mit klarem erzählerischem Fokus. Dabei gelingt ihr die Balance zwischen Hommage und künstlerischer Eigenständigkeit.
Hochkarätige Unterstützung
Für das Album holt sich Owen prominente Unterstützung ins Studio. Gitarrist Joe Bonamassa und Pianist Davell Crawford setzen markante Akzente und erweitern das klangliche Spektrum. Die Arrangements wirken durchweg dynamisch und lebendig, ein Spiegel ihrer gefeierten Live-Auftritte, die maßgeblich zu ihrem internationalen Erfolg beigetragen haben.
Selbstbewusstes Statement
Nach „Come On and Get It“ (2022), das als Tribut an starke Frauen im Jazz und Blues gefeiert wurde, präsentiert sich Owen mit „Suit Yourself“ noch entschlossener. Das Album ist ein künstlerisches Statement voller Energie, Emotion und Selbstbewusstsein, getragen von einer Stimme, die gleichermaßen kraftvoll wie nuanciert ist.