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Album der Woche: Paolo Fresu

28. Mai 2026

Album der Woche: Paolo Fresu

Zwischen Miles und Mittelmeer

In der Woche, in der Miles Davis 100 Jahre alt geworden wäre, rückt ein Trompeter in den Fokus, dessen Spiel seit Jahren mit dem US-Jazzvisionär verglichen wird: Paolo Fresu. Der Sardinier zählt zu den prägenden Stimmen des europäischen Jazz – nicht wegen stilistischer Kopien, sondern durch seine unverwechselbare, lyrische Tonsprache. Sein warmer, oft schwebender Sound trägt spürbar die Eleganz und emotionale Offenheit, die auch Miles Davis auszeichnete.

Klanggewebe zwischen Kontinenten

Für „Trama Latina“ hat sich Fresu mit dem argentinischen Pianisten Gustavo Beytelmann und dem belgischen Sänger David Linx zusammengetan. Gemeinsam erschaffen sie ein fein verwobenes musikalisches Geflecht zwischen Europa und Lateinamerika. Der Albumtitel ist dabei Programm: „Trama Latina“ beschreibt ein Netz aus Erinnerungen, Geschichten und kulturellen Verbindungen, das sich durch alle Stücke zieht.

Jazz trifft Tango und Poesie

Das Repertoire reicht von Eigenkompositionen bis zu Neuinterpretationen südamerikanischer Klassiker. Stilistisch verschmelzen Jazz, Tango und brasilianische Einflüsse mit europäischer Improvisationskunst. Besonders die Stimme von David Linx setzt dabei zusätzliche emotionale Akzente, während Beytelmanns Klavier zwischen Melancholie und rhythmischer Finesse pendelt.

Soundtrack der Begegnung

„Trama Latina“ ist weit mehr als ein klassisches Jazzalbum. Es erzählt von Migration, kulturellem Austausch und musikalischer Neugier. Ein atmosphärisch dichtes Werk, das Fernweh weckt und gerade in dieser Miles-Davis-Woche seine besondere Strahlkraft entfaltet.