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Album der Woche: Van Morrison

23. Februar 2026

Album der Woche: Van Morrison

Comeback mit 80 Jahren

Mit 80 Jahren meldet sich die nordirische Blueslegende Van Morrison mit einem neuen Studioalbum zurück. Der sperrig-ironische Titel „Somebody Tried to Sell Me a Bridge“ zeigt einmal mehr den Eigensinn des Altmeisters, der seit Jahrzehnten seinen eigenen musikalischen Weg geht – unbeirrt von Erwartungen oder Trends.

Ein Blick zurück – und nach vorn

Van Morrison ist seit den 1960er-Jahren eine feste Größe in der Musikgeschichte. Bekannt wurde er mit Klassikern wie „Brown Eyed Girl“ und „Moondance“, doch sein Herz schlug schon immer für den Blues. Auf seinem neuen Album kehrt er nun unverblümt dorthin zurück. Anstatt großen Arrangements oder Popmelodien setzt Morrison auf rohe Authentizität – so, als würde er in einem verrauchten Club in Belfast stehen und mit seiner Band einfach losspielen.

Hommage an die großen Vorbilder

Von den zwanzig Songs sind etliche Neuinterpretationen bekannter Bluesstücke, darunter John Lee Hookers „Deep Blues Sea“ und B.B. Kings „Rock Me Baby“. Morrison zollt hier nicht nur Respekt, sondern verleiht den Klassikern seine unverwechselbare Stimme – rau, brüchig, aber voller Seele. Zwischen den Covers finden sich auch Eigenkompositionen, die zeigen, dass Van Morrison selbst längst ein Teil dieser langen Bluesgeschichte ist.

Reduziert, ehrlich, zeitlos

Das Album „Somebody Tried to Sell Me a Bridge“ verzichtet bewusst auf Glamour und Studioeffekte. Gitarren, Mundharmonika, Bass, Schlagzeug – mehr braucht es nicht. Dieses pure Klangbild transportiert jene Ursprünglichkeit, die den frühen Blues ausmachte – und die den jungen Van Morrison schon in den 1950er-Jahren prägte, als er in Belfast seine ersten Bands gründete.

Nach über fünfzig Jahren im Musikgeschäft klingt Morrison auf erstaunliche Weise frei. Kein kalkuliertes Alterswerk, sondern ein leidenschaftliches Statement: Der Blues ist lebendig – und Van Morrison steht immer noch mitten drin.