Jazz News
Anna Margolina: Jiddische Poesie wird zu modernem Jazz
Mit „Song Of A Girl“ veröffentlicht Anna Margolina ein Werk, das in der aktuellen Jazzlandschaft heraussticht. Das Besondere: Sie vertont Gedichte in jiddischer Sprache – ein Ansatz, der zunächst ungewöhnlich klingt, aber beim Hören sofort eine eigene, stimmige Welt entfaltet.
Der Sound bewegt sich zwischen modernem Jazz, feinsinniger Kammermusik und einer spürbaren literarischen Tiefe. Margolinas warme, klare Stimme trägt die Texte mit großer Selbstverständlichkeit – ganz so, als hätte der Jazz schon immer auf Jiddisch geklungen.
Die fast vergessene Dichterin
Die Texte des Albums stammen von Anna Margolin, einer jiddischen Lyrikerin, deren Werke vor rund 100 Jahren entstanden sind. Heute ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten – umso bemerkenswerter ist es, dass ihre Gedichte nun in einem neuen musikalischen Kontext wieder zum Leben erweckt werden.
Ihre Lyrik ist geprägt von Melancholie, Selbstreflexion und einer eindringlichen poetischen Sprache – Themen, die auch musikalisch eine starke Resonanz entfalten.
Ein skurriler Zufall
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein kurioses Detail: Die Dichterin Anna Margolin und die Sängerin Anna Margolina tragen nahezu identische Namen – sind jedoch weder verwandt noch verschwägert.
Ein Zufall, der fast zu perfekt wirkt, um wahr zu sein, und der dem Projekt eine zusätzliche, beinahe mystische Ebene verleiht. Genau darüber sprechen wir mit Anna Margolina in der Sendung – über Zufälle, künstlerische Verbindungen und die Entstehung dieses besonderen Albums.
Zu Gast bei Ella
Im Gespräch gibt Anna Margolina Einblicke in ihre Arbeit, ihre musikalischen Wurzeln und die Herausforderung, jiddische Lyrik in eine zeitgenössische Jazzsprache zu übersetzen.