Jazz News
Aus für XJAZZ-Festival
Das XJAZZ-Festival 2026 ist abgesagt, bestätigt der Veranstalter. Das Interview mit Sebastian Studnitzky heute ab 11 Uhr bei Ella.
Damit steht eines der prägendsten Musikereignisse der Stadt vor dem Aus und eine Berliner Erfolgsgeschichte womöglich vor ihrem Ende.
Was passiert ist
Das XJAZZ-Festival hätte Ende Mai in seine 12. Ausgabe gehen sollen und gilt als eines der wichtigsten Jazz- und Crossover-Festivals der Stadt. Weniger als zwei Monate vor dem geplanten Termin sah sich das Leitungsteam jedoch gezwungen, die Reißleine zu ziehen, weil eine verbindliche Förderzusage der Kulturverwaltung ausblieb. Nach Angaben von Festivalleiter Sebastian Studnitzky war eine professionelle Vorbereitung unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.
Rolle der öffentlichen Förderung
XJAZZ hat sich in den vergangenen Jahren vor allem über Ticketverkäufe, große eigene wirtschaftliche Risiken und ergänzende öffentliche Mittel finanziert. Seit 2024 ist das Festival mit rund 200.000 Euro sogar als eigener Titel im Berliner Kulturetat verankert, doch diese Mittel flossen nicht rechtzeitig an die Veranstalter. Studnitzky kritisiert, dass ein dysfunktionales Fördersystem mit verspäteten Entscheidungen das Festival immer wieder an den Rand des Bankrotts treibe.
Bedeutung für die Berliner Kulturszene
Seit 2014 zieht XJAZZ ein junges, internationales Publikum an, bringt Indie-Jazz von der Straße in die Clubs und Konzertsäle und wurde 2022 mit dem Deutschen Jazzpreis als „Festival des Jahres“ ausgezeichnet. Pro Wochenende kamen zuletzt bis zu 16.000 Besucherinnen und Besucher, viele internationale Scouts nutzen das Festival, um neue Talente zu entdecken. Die Absage trifft daher nicht nur die Berliner Jazz-Community, sondern sendet auch ein alarmierendes Signal für den Kulturstandort Berlin insgesamt.
Offene Zukunft
Ob XJAZZ unter veränderten Rahmenbedingungen neu starten kann, ist derzeit völlig offen. Sicher ist nur: Mit der Absage 2026 entsteht ein finanzieller Schaden in erheblicher Höhe für das Team, das über Jahre mit viel Idealismus und Risiko eines der profiliertesten Festivals der Stadt aufgebaut hat. Für die vielen Künstlern und Künstlerinnen, Spielstätten und das Publikum bleibt vorerst eine große Lücke im Berliner Kulturkalender.
Sebastian Studnitzky im Gespräch mit Ella: