Jazz News
Bene Aperdannier mit eigenem Trio
Ein ereignisreicher Start ins Jahr 2026
2026 startete ereignisreich für den erfolgreichen Berliner Jazzpianisten Bene Aperdannier. Der 59-Jährige hat in seinem Leben bereits zahllose Touren gespielt – gemeinsam mit Jocelyn B. Smith, den Fantastischen Vier oder Katie Melua. Doch im Januar dieses Jahres war alles anders: Zum ersten Mal tourte Apperdanier mit seiner eigenen Musik und seinem eigenen Trio.
Gemeinsam mit Christian Kögel (Gitarre) und Bernd Oezsevim (Schlagzeug) spielte er acht Shows quer durch Deutschland. Der Höhepunkt der Tour war eine furiose Doppelshow im legendären A-Trane in Berlin-Charlottenburg. „Die erste Doppel-Show in meinem Leben“, verriet Apperdanier im Ella-Interview.
Ausverkauftes Heimspiel im A-Trane
Der Grund für die Doppelshow war schnell gefunden: Das Heimkonzert in Berlin war in kürzester Zeit ausverkauft. Die Nachfrage war so groß, dass kurzerhand ein zweiter Termin angesetzt wurde.
„Das hat total Spaß gemacht! Eine Show spielen, dann was essen – und weiter geht’s!“, erzählt Aperdannier begeistert. Mit dem A-Trane spricht er bereits über weitere gemeinsame Projekte. Drei Sommershows seien in Planung, „die Daten hängen aber noch davon ab, wann Deutschland WM-Spiele hat“, scherzt der Pianist.
Persönliche Geschichten in Musikform
In der Triomusik des Bene-Aperdannier-Trios stehen vor allem seine eigenen Kompositionen im Mittelpunkt. Die Stücke erzählen persönliche und emotionale Geschichten: mal geht es um einen Schneesturm in der Uckermark, mal verarbeitet Aperdannier den Tod seiner Schwiegermutter.
Jede Komposition ist dabei ein kleines musikalisches Tagebuch – geprägt von Feingefühl, Virtuosität und großer Ausdruckskraft. Das Zusammenspiel der drei Musiker wirkt dabei stets organisch und lebendig.
„Chicken Soup“ – Musik trifft Familienrezept
Ein besonderes Highlight im Programm ist das Stück „Chicken Soup“. Es beginnt mit einer Sprachaufnahme von Aperdanniers Mutter, in der sie ihrem Sohn ihr Hühnersuppenrezept erklärt. Die gesprochenen „Töne“ hat der Pianist so genau wie möglich transkribiert und begleitet sie live auf dem Fender Rhodes.
So entsteht ein einzigartiges Klangerlebnis, das zugleich unterhaltsam und berührend ist. In diesem Stück zeigt sich die unbändige Spielfreude der drei Ausnahmemusiker in ihrer vielleicht albernsten – und gleichzeitig virtuosesten – Form. Genie und Wahnsinn liegen hier nah beieinander.
Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft
Das Bene-Aperdannier-Trio ist zu schade, um ein einmaliges Projekt zu bleiben. Die angekündigten Sommershows lassen auf eine langfristige Zusammenarbeit hoffen – gerne auch als musikalische Begleitung zum nächsten Deutschlandspiel.
Und vielleicht gehört dann auch wieder ein Teller Hühnersuppe dazu.