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BENTU bringt brasilianische Klangpoesie nach Berlin

27. Juni 2026

BENTU bringt brasilianische Klangpoesie nach Berlin

Ein Sommerabend, der sich verwandelt

Es ist einer dieser Berliner Sommerabende, an denen die Stadt für einen Moment langsamer atmet. Die Hitze hängt noch zwischen den Altbaufassaden in Mitte, Stimmen wehen aus offenen Fenstern, irgendwo klirren Gläser. Und dann öffnet sich eine Tür – und plötzlich ist da eine andere Welt: rhythmisch, erdig, fast tranceartig.

Mit BENTU kommt am 1. Juli ein Duo nach Berlin, das genau solche Räume erschaffen kann. Zwei Stimmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich doch auf faszinierende Weise ergänzen: Badi Assad und Sérgio Pererê.

Zwei Künstler, zwei Welten

Badi Assad ist hierzulande keine Unbekannte. Die brasilianische Gitarristin und Sängerin hat sich über Jahrzehnte hinweg einen festen Platz zwischen Jazz, Weltmusik und klassischer Virtuosität erspielt. Alben wie „Chameleon“ oder „Verde“ zeigen ihre Fähigkeit, technische Brillanz mit erzählerischer Tiefe zu verbinden. Ihre Konzerte sind selten nur musikalische Darbietungen – sie sind körperlich, rhythmisch, oft fast performativ.

Sérgio Pererê bringt eine andere, ebenso kraftvolle Dimension ein. Verwurzelt in den afro-brasilianischen Traditionen von Minas Gerais, arbeitet er mit Stimme, Percussion und Komposition auf eine Weise, die archaisch und zeitgenössisch zugleich wirkt. Seine Musik trägt spirituelle Spuren, ohne je ins Pathetische zu kippen.

Reduktion als Stärke

Gemeinsam haben sie im vergangenen Jahr das Projekt BENTU entwickelt – ein Duo, das bewusst reduziert ist und gerade daraus seine Intensität bezieht. Keine große Band, keine opulente Produktion. Stattdessen: Stimme, Gitarre, Körper, Rhythmus. Und der Raum dazwischen.

Was entsteht, ist kein klassisches Konzert im herkömmlichen Sinn. Es ist eher ein Dialog – zwischen zwei Künstlern, zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Struktur und Improvisation. Mal fließen die Stimmen ineinander, mal setzen sie Kontraste, mal entsteht aus einem scheinbar einfachen rhythmischen Motiv eine dichte, fast hypnotische Klanglandschaft.

Der passende Ort

Clärchens Ballhaus, mit seiner eigenen Geschichte zwischen Vergänglichkeit und Lebendigkeit, könnte dafür kaum ein passenderer Ort sein. Hier trifft Berliner Patina auf brasilianische Klangpoesie – ein Spannungsfeld, das den Abend prägen dürfte.