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Ein Jahrhundert Miles Davis

26. Mai 2026

Ein Jahrhundert Miles Davis

Heute wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden – der wohl prägendste Jazzmusiker aller Zeiten. Kaum ein anderer Künstler hat den Jazz so oft neu erfunden und über Jahrzehnte hinweg stilistisch verändert. Im Rahmen unserer Miles-Davis-Festwochen blicken wir auf eine Karriere zurück, die von permanentem Wandel und künstlerischem Mut geprägt war.

Vom Bebop zum Cool Jazz

Als Miles Davis 1942 nach New York kam, tauchte er tief in die Bebop-Szene ein – und entwickelte schon bald seine eigene Gegenbewegung. Mit Birth of the Cool entstand Ende der 1940er ein neuer, entspannter Jazzstil: transparent, elegant und bewusst reduziert. Diese Phase markierte einen ersten Wendepunkt – weg von virtuoser Hektik, hin zu Klang und Atmosphäre.

Revolution durch Modalität

Ende der 1950er folgte der nächste Umbruch. Mit Kind of Blue begründete Davis den Modal Jazz und öffnete die Improvisation von starren Akkordfolgen. In den 1960ern entwickelte er diesen Ansatz mit seinem „Second Great Quintet“ weiter. Gemeinsam mit Wayne Shorter, Herbie Hancock und Tony Williams entstand ein hochdynamischer Post-Bop, der musikalische Strukturen neu definierte.

Elektrisch und radikal

Ende der 1960er sprengte Davis erneut alle Grenzen: Bitches Brew steht exemplarisch für seine Fusion-Phase, in der Jazz, Rock und Funk verschmolzen. Elektrische Instrumente, lange Grooves und experimentelle Studioarbeit machten diese Musik zu einer der einflussreichsten Entwicklungen der modernen Musikgeschichte.

Comeback und Offenheit

Nach einer Pause kehrte Miles Davis in den 1980ern zurück – moderner, zugänglicher, aber weiterhin neugierig. Er arbeitete mit Synthesizern, griff Pop- und Funk-Elemente auf und öffnete sich sogar dem Hip-Hop. Bis zu seinem Tod 1991 blieb er ein Künstler im Wandel.