Jazz News
Emma Rawicz begeistert im A-Trane
Seit Dienstag gastiert Emma Rawicz im A-Trane in Charlottenburg. Die 24 Jahre alte Britin gilt als eine der außergewöhnlichsten jungen Jazz-Saxophonistinnen ihrer Generation, weil sie trotz ihres späten Einstiegs in kürzester Zeit ein internationales Spitzenniveau erreicht hat. Noch bis Samstag ist die Ausnahmemusikerin im Berliner Jazzclub zu erleben.
Vom Instagram-Video zur internationalen Bühne
Rawicz griff erst mit 14 Jahren zum Tenorsaxofon – zuvor spielte sie klassische Geige und komponierte bereits als Siebenjährige. Während der Corona-Pandemie begann sie, ihre Musik auf Instagram zu teilen, und wurde dort schnell einem breiten Publikum bekannt. Nach ihrer Ausbildung an der Chetham’s School of Music in Manchester und einem Bachelor an der Royal Academy of Music in London ist sie inzwischen aus touring-logistischen Gründen nach Berlin gezogen.
Neues Programm „Cloudwalker“ im A-Trane
Ihre fünftägige Sommer-Residenz in der Bleibtreustraße trägt den Titel „Cloudwalker“ und stellt ihr neues akustisches Tenorsaxofon-Quartett vor. Gemeinsam mit Rasmus Sørensen (Piano), Freddie Jensen (Bass) und Marc Michel (Schlagzeug) verbindet Rawicz spontane Improvisation mit nordischem Jazz, zeitgenössischer Klassik, Rock-Energie und brasilianischen Grooves. An einzelnen Abenden treten zudem Special Guests wie Vibraphonist Jonny Mansfield und Sängerin Aitzi Cofre Real auf. Mehrere Konzerttermine waren bereits ausverkauft.
Warmer Klang, kühne Kompositionen
Ihr warmer, ausdrucksstarker Tenorsaxofonklang verbindet die Tradition des modernen Jazz mit einer unverwechselbaren eigenen Handschrift. Als Komponistin überzeugt sie durch anspruchsvolle Werke, die Einflüsse aus Jazz, Rock und Fusion zu einer eigenständigen Klangsprache vereinen. The Guardian attestierte ihr bereits eine „warp-speed evolution“ – eine rasante künstlerische Entwicklung ohne Anzeichen von Verlangsamung.
Preisregen für die Ausnahmemusikerin
Ihre Karriere begann 2022 mit dem selbstproduzierten Debütalbum „Incantations“, gefolgt vom ACT-Music-Album „Chroma“ (2023) und dem Duoprojekt „Big Visit“ mit Pianist Gwilym Simcock. 2026 wurde sie als „UK Jazz Act of the Year“ beim Jazz FM Award ausgezeichnet, überreicht von Schauspieler Martin Freeman. Jamie Cullum nennt sie „an astonishing talent“, die BBC konstatiert: Ihr Name sei derzeit in aller Munde.
Gerade die Verbindung von technischer Brillanz, kreativer Komposition und musikalischer Reife macht Emma Rawicz zu einer der vielversprechendsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz.