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Erinnerung an Johannes Bauer

20. März 2026

Johannes Bauer

Johannes Bauer (1954–2016) prägte als Posaunist und Komponist die europäische Jazzszene durch seine künstlerische Offenheit. Zeit seines Lebens wirkte er als Vermittler zwischen unterschiedlichen Szenen und Genres – auch über die politischen Umbrüche rund um den Mauerfall 1989 und die Wiedervereinigung hinaus. Besonders im DDR-Jazz der 1970er- und 1980er-Jahre setzte er gemeinsam mit seinem Bruder Konrad „Conny“ Bauer wichtige Impulse.

Familienprojekt mit eigenem Klang

Im Jahr 2005 entstand mit Bauer 4 ein Quartett, das zugleich als Family-Band konzipiert war. Neben Johannes und Conny Bauer (beide Posaune) spielten Matthias Bauer am Bass sowie Connys Sohn Louis Rastig am Piano. Ihr gemeinsames Album „Family Affairs“ vereint frei improvisierte Musik, die aus dem Moment heraus entwickelt wurde. Dabei spiegeln sich insbesondere die musikalischen Biografien der beiden Posaunisten wider, deren Arbeit den DDR-Jazz nachhaltig beeinflusste. Bereits zuvor hatten Johannes und Conny Bauer zusammengearbeitet, etwa in der 1981 gegründeten Formation Doppelmoppel, die mit zwei Posaunen und zwei Gitarren (Uwe Kropinski und Helmut „Joe“ Sachse) ungewöhnlich besetzt war.

Konzert zum zehnten Todestag

Am 6. Mai jährt sich der Todestag Johannes Bauers zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass organisiert Louis Rastig in Zusammenarbeit mit dem Berliner Jazzkeller69 einen Konzertabend am 11. April. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Trombones & Bird Calls. In Spirit of Johannes Bauer“ und greift eine besondere Inspiration des Musikers auf: die Faszination für Vogelrufe und deren Wechselspiel, das ihn in seiner Improvisationskunst beeinflusste.

Vielschichtiges Programm in historischem Umfeld

Den Auftakt gestaltet der Posaunist Matthias Müller mit dem Solostück „Brass, Breath, Brisk“. Es folgt das Quartett hilde aus Nordrhein-Westfalen, bei dem Bauers Tochter Marie Daniels als Sängerin mitwirkt. Anschließend tritt Conny Bauer im Duo mit dem Gitarristen Kalle Kalima auf. Den Abschluss bildet das Trio Bird Calls mit Matthias Müller, der in Berlin lebenden Elektronikerin Laure Boer und dem norwegischen Schlagzeuger Paal Nilssen-Love. Veranstaltungsort ist das Kulturhaus Peter Edel in Berlin-Weißensee – einst ein bedeutender Treffpunkt der Ost-Berliner Improvisationsszene, bekannt durch die Reihe „Jazz im Edel“.