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Funky Rob: Abschied von einem Prediger des Funk

26. September 2026

Funky Rob

Aus Ghana kam die Nachricht vom Tod des Sängers und Bandleaders Rob Roy Reindorf, besser bekannt als Funky Rob. Geboren am 13. Mai 1949 in Accra, verbrachte er seine Jugend vor allem in Benin. Dort sammelte er beim Orchestre Poly-Rythmo erste Bühnenerfahrungen. Klavierspielen brachte er sich selbst bei, indem er zu Platten von Ray Charles und Otis Redding spielte. Ein Konzert von Wilson Pickett in Ghana gab schließlich den Ausschlag: Rob wollte Bandleader und Showman werden.

Zu funky für Ghana

1977 entstand mit der ghanaischen Highlife-Band Amponsah sein Debütalbum „Rob“. Ein Jahr später engagierte er die Militärband Mag-2 für „Make It Fast, Make It Slow“. Der Einfluss von James Brown war unüberhörbar, doch mit seiner kompromisslosen Funk-Vision traf Rob im Highlife-begeisterten Ghana kaum den Nerv des Publikums. Auch das Label Essiebons wusste die Musik nicht recht zu vermarkten. Wenig besser erging es ihm später in Nigeria: Sein Album „Hell Fire“ ging im damaligen Highlife-Disco-Boom unter.

Vom Geheimtipp zur Wiederentdeckung

Rob zog sich für viele Jahre aus dem Musikgeschäft zurück. Er handelte unter anderem mit Schädlingsbekämpfungsmitteln, eröffnete ein Restaurant und engagierte sich in der Lokalpolitik. Gleichzeitig wurden seine in kleinen Auflagen erschienenen Platten zu begehrten Sammlerstücken.

Neue Aufmerksamkeit erhielt seine Musik durch Produzenten wie J Dilla und Madlib, die seine Breaks sampelten. Die Labels Soundway und Analog Africa machten seine ersten beiden Alben mit Wiederveröffentlichungen einem neuen Publikum zugänglich. Besonders der Titelsong „Make It Fast, Make It Slow“ entwickelte sich Jahrzehnte nach seiner Entstehung zu Funky Robs Signature Tune.

„Do you want more?“

Die späte Anerkennung brachte Rob zurück auf die Bühne – und den Cowboyhut zurück auf seinen Kopf. Zwei Tourneen führten ihn nach Europa, wo er noch mit über 70 Jahren das Publikum mit Energie und Charisma für sich gewann. Zu seinem Markenzeichen wurde die rhetorische Frage: „Do you want more?“

Die Booking-Agentur Planet Rock würdigte ihn zum Abschied als unermüdlichen „preacher of the funk the African way“ und als außergewöhnlichen Showman. Funky Robs Geschichte zeigt, dass manche Musik Jahrzehnte braucht, bis die Welt bereit für sie ist.