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Im Gedenken an Roger Cicero

24. März 2026

Im Gedenken an Roger Cicero

Ein viel zu früher Abschied

Am 24. März 2016 verlor die deutsche Musikszene eine ihrer markantesten Stimmen: Roger Cicero starb völlig unerwartet an den Folgen eines Hirnschlags – im Alter von nur 45 Jahren. Zehn Jahre später, am 24.03.2026, bleibt die Erinnerung an einen Künstler lebendig, der Jazz in Deutschland wieder salon- und chartfähig machte.

Zwischen Jazz, Pop und persönlicher Tiefe

Mit seinem Album „Was immer auch kommt“ (2014) zeigte Cicero eine nachdenkliche Seite. Besonders der Song „Wenn es morgen schon zu Ende wär“ setzte sich intensiv mit der Vergänglichkeit auseinander. In Interviews sprach er offen darüber, dass ihm die Angst vor dem Tod nicht fremd sei, vor allem mit Blick auf seinen Sohn. Gleichzeitig blickte er dankbar auf sein Leben zurück und betonte, wie erfüllt und reich an Erfahrungen es gewesen sei.

Die letzten Wochen

Bereits Monate vor seinem Tod hatte sich Cicero aufgrund eines Erschöpfungssyndroms aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Auch sein Herz war betroffen. Nach intensiven Promotion- und TV-Terminen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand plötzlich drastisch. Kurz nach seinem letzten Auftritt traten akute neurologische Symptome auf. Im Krankenhaus verschlimmerte sich sein Zustand rapide. Am Abend des 24. März verstarb er im Kreise seiner Familie, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen.

Musikalische Wurzeln und frühe Leidenschaft

Die Liebe zur Musik wurde ihm in die Wiege gelegt: Als Sohn des Jazzpianisten Eugen Cicero wuchs er in einem musikalisch geprägten Umfeld auf. Schon als Kind entdeckte er seine Leidenschaft für Musik, lernte Gitarre und stand früh auf der Bühne. Gemeinsame Momente mit seinem Vater am Klavier prägten ihn besonders.

Inspiration fand er unter anderem bei Stevie Wonder und Al Jarreau, deren Einfluss in seiner Musik spürbar blieb. Seine Ausbildung führte ihn schließlich bis zum Jazzgesang-Studium in Hilversum.

Der Durchbruch und große Erfolge

Der große Erfolg kam 2006 mit dem Album „Männersachen“, das sich beeindruckende 83 Wochen in den Charts hielt. Ein Jahr später vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest 2007. Trotz eines 19. Platzes blieb seine Karriere auf Erfolgskurs: Mehrere Alben erreichten in den folgenden Jahren Top-Platzierungen.

2015 veröffentlichte er gleich zwei Werke: die Jazzproduktion „The Roger Cicero Jazz Experience“ sowie das Live-Album „Cicero Sings Sinatra“ – eine Hommage an Frank Sinatra.

Engagement über die Musik hinaus

Neben seiner Karriere engagierte sich Cicero auch gesellschaftlich. Er unterstützte die Organisation PETA und setzte sich als Pate von Save the Children besonders für Kinder in Rumänien ein, der Heimat seines Vaters.

Ein bleibendes Vermächtnis

Roger Cicero bleibt als einzigartiger Künstler in Erinnerung – stilvoll, charismatisch und musikalisch unverwechselbar. Mit seinem unverkennbaren Sound hat er dem Jazz in Deutschland ein neues Publikum erschlossen und Spuren hinterlassen, die weit über seinen viel zu frühen Tod hinausreichen.