Jazz News
Jazz aus Südafrika
Saxofonist Linda Sikhakhane gehört zu jener jungen Generation, die dem südafrikanischen Jazz neue Impulse verleiht. Mit „L I N D A“ veröffentlicht er nun sein zweites Album für Blue Note. Ein persönliches Werk über Identität, Liebe und Bestimmung.
Südafrikas Jazz wird jünger
Jazz erlebt in Südafrika einen bemerkenswerten Aufschwung. Laut Spotify stieg die Zahl der heimischen Jazzhörer innerhalb eines Jahres um 20 Prozent auf nahezu 175 Millionen Streams. Besonders stark vertreten sind die 18- bis 29-Jährigen. Dazu trägt eine neue Musikergeneration bei, die traditionelle südafrikanische Klänge mit Jazz, Spiritualität und zeitgenössischen Grooves verbindet. Zu ihren wichtigsten Vertretern zählen Nduduzo Makhathini und dessen langjähriger Weggefährte Linda Sikhakhane.
Vom Protegé zum Blue-Note-Künstler
Schon 2014 spielte Sikhakhane auf Makhathinis Debüt „Mother Tongue“. Später wirkte er an dessen Blue-Note-Alben „Modes of Communication: Letters from the Underworlds“ und „In the Spirit of Ntu“ mit. 2024 folgte Sikhakhanes eigenes Blue-Note-Debüt „iLadi“, das 2025 für einen Edison Award nominiert wurde.
„L I N D A“: die Suche nach Bestimmung
Am 4. September 2026 erscheint nun „L I N D A“, erneut produziert von Makhathini. Das Album versteht Sikhakhane als Meditation über Liebe, Zugehörigkeit, gemeinsame Schicksale und göttliche Bestimmung. Ausgangspunkt ist sein eigener Name. In afrikanischen Kulturen, erklärt er, könnten Namen wie ein Kompass wirken. Die Frage „Was ist meine Bestimmung in diesem Leben?“ bildet deshalb den Kern des Albums.
Musikalisch verbindet Sikhakhane seine südafrikanischen Wurzeln mit großer Offenheit. Begleitet wird er von Cameron Campbell am Klavier und Fender Rhodes, Conway Campbell Jr. am Bass und Kabelo Mokhatla am Schlagzeug.
Jazz als Gemeinschaftswerk
Gäste wie Omagugu, Rapper Zuluboy, Trompeter Thabo Sikhakhane sowie Ovuyonke und Phila Dlozi erweitern den Jazz um Einflüsse aus Hip-Hop, Neo-Soul und Amapiano. Die neun Stücke bilden dabei eine Reise durch Themen wie Berufung, Licht, Segen, Herkunft und Stimme.
„L I N D A“ führt Sikhakhanes Beschäftigung mit Spiritualität, Vorfahren und Gemeinschaft fort, richtet den Blick jedoch stärker nach innen. Sikhakhane sucht seine Bestimmung nicht abseits seiner Herkunft, sondern mitten in ihr – und findet dabei vor allem eines: seine eigene musikalische Stimme.