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Jazz-Ikone Cassandra Wilson ist tot
Die amerikanische Jazzsängerin Cassandra Wilson ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Die zweifache Grammy-Preisträgerin starb am 2. September in ihrer Heimatstadt Jackson im US-Bundesstaat Mississippi. Nach Angaben ihres langjährigen Managers Robert Torre sei Wilson friedlich zu Hause im Kreis ihrer Familie, enger Freunde und ihres Managers gestorben.
Eine Stimme ohne Grenzen
Cassandra Wilson gehörte zu den unverwechselbaren Stimmen des modernen Jazz. Ihr dunkler, rauchiger Gesang und ihre Fähigkeit, unterschiedlichste musikalische Welten miteinander zu verbinden, machten sie international bekannt. Neben Jazzstandards interpretierte sie Blues, Country und Folk und widmete sich ebenso selbstverständlich Songs von Bob Dylan oder der Musik von Miles Davis.
Der langjährige WBGO-Moderator Gary Walker erinnerte daran, dass Wilson musikalisch keine Grenzen gekannt habe. Was immer sie sang, habe sie durch ihre charakteristische Stimme zu ihrer eigenen Musik gemacht.
Von Mississippi nach New York
Wilson wurde in Jackson geboren und begann bereits mit sechs Jahren Klavier zu spielen. Mit zwölf kam die Gitarre hinzu, Mitte der 1970er-Jahre arbeitete sie als Sängerin. Anfang der 1980er zog sie nach New York und schloss sich dem Umfeld des Saxofonisten Steve Coleman an. Sie wurde Gründungsmitglied des experimentellen M-Base Collective.
1992 unterschrieb Wilson bei Blue Note Records. Mit dem Album „Blue Light ’Til Dawn“ gelang ihr ein Meilenstein. Statt sich auf das klassische amerikanische Songbook zu beschränken, verband sie Jazz mit Blues, Folk und anderen Traditionen und eröffnete damit auch nachfolgenden Sängerinnen und Sängern neue Wege.
Grammys und höchste Jazz-Ehre
Zu Wilsons zahlreichen Auszeichnungen zählen zwei Grammy Awards, der Django d’Or und der Edison Music Award. Zudem wurde sie mit einem Eintrag auf dem Mississippi Blues Trail geehrt. 2022 ernannte das National Endowment for the Arts sie zum NEA Jazz Master – eine der höchsten Auszeichnungen des amerikanischen Jazz.
Auch in Wynton Marsalis’ „Blood on the Fields“ wirkte Wilson in einer Hauptrolle mit. Das Werk schrieb Geschichte als erste Jazzkomposition, die mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet wurde. Mit Cassandra Wilson verliert die Musikwelt eine Sängerin, die Tradition nicht als Grenze verstand, sondern als Ausgangspunkt für einen unverwechselbaren eigenen Klang.