Jazz News
Jazz im Rampenlicht: Wer holt sich den Jazz-Grammy 2026?
Nach Jahren, in denen Pop und Hip-Hop die Schlagzeilen dominierten, rückt der Jazz wieder ins Rampenlicht der Grammy Awards. Das traditionsreiche Genre zeigt, dass es nicht nur Wurzeln hat – sondern auch Flügel.
Die Rückkehr der Klangabenteurer
In der Kategorie Best Jazz Instrumental Album ist das Feld 2026 so spannend wie seit Langem nicht mehr. Zu den Favoriten zählt das Power-Trio um den Pianisten Brad Mehldau, dessen neues Werk mit feinfädigen Harmonien und rhythmischem Wagemut glänzt. Doch Konkurrenz kommt aus London: Nubya Garcia und ihr energetisches Kollektiv bringen die britische Jazz-Welle direkt auf die große Bühne – samt Dub, Groove und ungebremster Spielfreude.
Ein alter Bekannter darf natürlich nicht fehlen: Herbie Hancock, inzwischen eine lebende Jazz-Institution, liefert mit einem späten, fast spirituellen Album ein stilles Highlight. Für viele ist er der ewige Geheimfavorit – wie ein Grandseigneur, den man nie wirklich abschreiben kann.
Neue Stimmen, alte Seele
Die Kategorie Best Jazz Vocal Album sorgt für besonderen Zauber. Cécile McLorin Salvant, häufig Grammy-prämiert und stets wandelbar, trifft auf Samara Joy, deren warme Stimme das Publikum seit ihrem Durchbruch verzaubert. Eine Begegnung zweier Generationen: die erfahrene Storytellerin mit dramatischer Tiefe und die junge Sängerin, die mit Cool-Jazz-Ton und Millennial-Poesie eine neue Fangemeinde mitbringt.
Auch Jazz als gesellschaftliches Statement spielt wieder eine Rolle. Projekte, die Jazz mit R&B, Spoken Word oder sogar elektronischer Clubkulisse mischen, stehen für ein Genre, das sich nie still verhält – sondern sich stets neu erfindet.
Spannung vor der Gala
Wenn im Februar in Los Angeles die goldenen Trophäen vergeben werden, bleibt die Jazz-Welt wach. Für viele geht es dabei nicht nur um Auszeichnung, sondern um Anerkennung: Dass Jazz – vom verrauchten Club bis zum Streaming-Feed – noch immer Geschichten erzählt, die unter die Haut gehen.
Egal, wer am Ende jubelt: Der Grammy 2026 beweist schon jetzt, dass Jazz lebt – laut, leidenschaftlich und vollkommen zeitlos.