Jazz News
Jazzlegende Sonny Rollins ist tot
Der US-amerikanische Jazzmusiker Sonny Rollins ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Saxofonist gilt als einer der herausragenden Solisten des Modern Jazz und prägte den Sound des Genres über Jahrzehnte. Wie auf der offiziellen Webseite des Künstlers und in US‑Medien zu lesen ist, starb er am Montag in seinem Haus in Woodstock im US-Bundesstaat New York. Die Jazzwelt trauert um einen Musiker, den viele als „Saxophone Colossus“ verehrten.
Zusammenarbeit mit den Großen des Jazz
Seit den 1940er Jahren arbeitete Rollins mit zahlreichen Jazz-Größen zusammen, darunter Miles Davis, Thelonious Monk und Art Blakey. Er spielte auf ihren Platten, tourte mit ihnen und wurde schnell selbst zu einer stilprägenden Stimme am Tenorsaxofon. Parallel dazu veröffentlichte er eine große Zahl eigener Alben, die heute als Klassiker des Modern Jazz gelten.
Standards wie „Doxy“, „Oleo“ und „St. Thomas“
Viele Kompositionen von Sonny Rollins wurden zu Jazzstandards, die bis heute in Clubs und auf Festivals weltweit gespielt werden. Titel wie „Doxy“ oder „Oleo“ gehören längst zum festen Repertoire von Jazzstudierenden und Profis gleichermaßen. Bahnbrechend war sein 1956 erschienenes Album „Saxophone Colossus“, dem Rollins seinen berühmten Spitznamen verdankt. Darauf findet sich auch „St. Thomas“, einer seiner bekanntesten Songs mit markant karibisch geprägtem Thema.
Yoga, Absturz und Neuanfang
Neben seiner Leidenschaft für den Jazz praktizierte Rollins über viele Jahre Yoga und setzte sich intensiv mit Spiritualität auseinander. Yoga-Übungen hätten ihm geholfen, sich von Drogen und Alkohol fernzuhalten, sagte er vor einigen Jahren in einem Interview. Als junger Mann war Rollins heroinabhängig und zeitweise obdachlos – Erfahrungen, die ihn prägten und die er später offen thematisierte. Der Weg aus der Sucht, seine berühmten „Sabbaticals“ zum Üben und die ungebrochene Neugier auf Musik machten ihn für viele zu einer inspirierenden Künstlerpersönlichkeit.