Jazz News
Jon Batiste eröffnet musikalischen Dialog
„Gospel Andante“ zum Juneteenth
Mit „Gospel Andante“ präsentiert Jon Batiste die erste Single aus seinem kommenden Album „Black Mozart“, das am 14. August erscheint. Die Klangwelt wirkt zugleich himmlisch entrückt und tief in der Black-Music-Tradition verwurzelt – ein spannungsvoller Mix aus Gospel, Blues, Soul, R&B und Jazz, der den Kern des Projekts markiert. Dass die Single und das dazugehörige Video am 19. Juni veröffentlicht wurden, ist bewusst gewählt: Der Termin fällt auf den Juneteenth National Independence Day, den US-amerikanischen Gedenktag an das Ende der Sklaverei, und betont damit den historischen und kulturellen Kontext von Batistes künstlerischer Vision.
Alan Ferguson inszeniert eine spirituelle Bildwelt
Das Musikvideo zu „Gospel Andante“ stammt von Regisseur Alan Ferguson, der bereits mit Beyoncé, Jay‑Z, Solange und Janelle Monáe gearbeitet hat. Es ist die erneute Zusammenarbeit mit Jon Batiste nach dem vielfach ausgezeichneten Clip zu „Freedom“, der 2022 einen GRAMMY als „Best Music Video“ gewann. In „Gospel Andante“ übersetzt Ferguson die spirituelle, meditative Stimmung des Stücks in eine Bildsprache, die zwischen sakralem Ritual und persönlicher Andacht oszilliert – ganz im Sinne von Batistes Anspruch, Musik als Raum für Erinnerung, Heilung und Befreiung zu begreifen.
„Black Mozart“: Klassik trifft Black American Classical Music
Auf „Black Mozart“ tritt Batiste in einen expliziten musikalischen Dialog mit Wolfgang Amadeus Mozart. Europäische Klassik verschmilzt mit dem, was der Pianist als Black American Classical Music bezeichnet – also afroamerikanischen Traditionen wie Gospel, Blues und Jazz. Ziel ist ein Austausch über Epochen, Genres und kulturelle Grenzen hinweg: Batiste versteht das Album als Plattform, auf der Mozart und die afroamerikanische Musikkultur einander begegnen, ohne dass eines der beiden Erbe zugunsten des anderen abgeschwächt wird.
Teil der „Batiste Piano Series“
„Black Mozart“ ist eingebettet in Batistes „Batiste Piano Series“ und erscheint gemeinsam mit zwei von Thelonious Monk inspirierten Werken: „Monk Meditations“ und „Monk Movements“ (Volume 3 und 4 der Reihe). Nach „Beethoven Blues“ (Volume 1) setzt Batiste seine Auseinandersetzung mit prägenden Komponisten verschiedener Epochen fort. Durch Improvisation und spontane Komposition öffnet er neue Perspektiven auf deren Werk. Über die ungewöhnliche Verbindung von Mozart und Monk sagt er selbst: Er wolle einen musikalischen Dialog zwischen beiden kuratieren – mit ihm am Klavier –, um ihr Vermächtnis zu würdigen und zugleich etwas Eigenes zu ihren verwandten künstlerischen Welten beizutragen.