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Lakecia Benjamin: Musik als gelebte Hoffnung

02. Juli 2026

Lakecia Benjamin: Musik als gelebte Hoffnung

Mit We Dream legt Lakecia Benjamin nach eigenen Worten ihr persönlichstes und zugleich gesellschaftlich weitreichendstes Album vor. Die New Yorker Saxofonistin verbindet Spiritual Jazz, Hip-Hop, Spoken Word, Soul und Improvisation zu einem Werk, das sich mit den Herausforderungen der Gegenwart auseinandersetzt.

Für Lakecia Benjamin ist We Dream weit mehr als ein weiteres Kapitel ihrer Diskografie. Jedes Album sei eine Antwort auf das vorherige gewesen, doch diesmal gehe es nicht nur um ihre persönliche Entwicklung, wie sie im Interview mit dem onlineportal  jazz-fun.de  gesteht, sondern um eine gemeinsame Erfahrung. Das Album dokumentiere, „wo ich mich emotional und spirituell befinde“ und erzähle von einem kollektiven Zusammenkommen.

Musik als verbindende Kraft

Musik versteht Benjamin nicht als Rückzugsort, sondern als Mittel, Menschen zusammenzubringen. Jazz sei seit jeher eine Musik der Widerstandskraft und zeige, wie aus schwierigen Zeiten Schönheit entstehen könne. In einer zunehmend gespaltenen Welt könne gemeinsames Musikerleben Grenzen überwinden. Ihre Botschaft lautet: „Hoffnung ist etwas, das wir gemeinsam erschaffen.“

Diese Haltung spiegelt sich auch in den zahlreichen Gästen des Albums wider. Künstler wie Terence Blanchard, Hiromi, Chris Potter, Bilal oder Chief Xian aTunde Adjuah seien bewusst ausgewählt worden, weil sie unterschiedliche Facetten der Geschichte verkörperten. Jeder habe seine eigene musikalische Identität bewahren sollen. Gerade dadurch werde die künstlerische Vision als Ganzes stärker.

Authentizität statt Perfektion

Benjamin betont, dass sie heute weniger beweisen wolle, was sie auf ihrem Instrument könne, sondern vielmehr ausdrücken möchte, was sie empfinde. Im Laufe ihrer Karriere habe sie gelernt, Verletzlichkeit zuzulassen und Emotionen über technische Perfektion zu stellen. „Ich habe gelernt, Verletzlichkeit zuzulassen“, sagt sie.

Auch ihre Improvisationen versteht sie als Ausdruck größtmöglicher Ehrlichkeit. Sie suche nicht nach den richtigen Tönen, sondern nach Wahrhaftigkeit. „Ich suche nach Ehrlichkeit“, erklärt Benjamin. Jedes Solo sei ein einmaliges Gespräch zwischen den Musikerinnen und Musikern, ihren eigenen Erfahrungen und dem Publikum.

Mit We Dream verbindet sie schließlich den Wunsch nach einer Zukunft, in der Mitgefühl stärker ist als Angst und unterschiedliche Stimmen gemeinsam etwas Neues schaffen – so, wie es der Jazz seit jeher vorlebt.