Jazz News
Martin Winds „Gravity Trio“ feiert Neuanfang
In Berlin steht am 25. März 2026 ein bassstarker, emotionaler Meilenstein: Das Martin Wind „Gravity Trio“ stellt um 20:30 Uhr im A‑Trane seine neue CD „September“ vor. Das Album, erschienen bei Laika Records, markiert zugleich ein persönliches Jubiläum des 1969 in Kiel geborenen Bassisten: 30 Jahre ist es her, dass Martin Wind seine Koffer nach New York packte und sich dauerhaft in der US‑Jazzszene etablierte.
Neue CD als Programm‑Aufhänger
„September“ ist kein diffuses Herbstmood, sondern ein klarer, bewegender Aufbruchs‑ und Dankes‑Soundtrack. Wind, der heute als Bassist, Komponist und Dozent in New Jersey zu Hause ist, verarbeitet in den neuen Stücken die Rolle dieses Monats in seinem Leben: den Abschied von Deutschland, den Neuanfang in New York und die tiefe Verbundenheit mit europäischen Musikerkollegen.
Musikalisch setzt das Trio weiter auf knackige, melodische Modern‑Groove‑Jazz‑Formate mit viel Raum für Improvisation. Ganz im Geist des Debüts „Gravity“ (2023), das international als „alte Schule mit zeitgenössischer Leichtigkeit“ gefeiert wurde.
Das Gravity‑Trio im A‑Trane
Am 25. März konzentriert sich alles auf die Besetzung Gravity Trio: Martin Wind am Kontrabass, Tenorsaxophonist Peter Weniger und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel. Weniger ist seit den 1980er‑Jahren ein prägender Tenor‑Sound in der deutschen Jazzlandschaft, Burgwinkel bringt seine Präzision und Vielseitigkeit aus dem Umfeld des Pablo‑Held‑Trios mit.
Im A‑Trane erscheint das neue Programm als Live‑Version der CD‑Geschichte: Die Band spielt Titel aus „September“ im direkten Dialog mit dem Publikum, wobei die Chemie zwischen den Musikern, geprägt von Jahrzehnten gemeinsamer Projekte, die Bühne zu einem dichten, fast semantisches Conversations‑Setting macht.
Berlin als Heimkehr und musikalische Bestätigung
Für Wind ist der A‑Trane‑Abend nicht nur ein klassischer Release‑Gig, sondern etwas wie eine künstlerische Rückkehr nach Berlin, wo die Band bereits 2023 beim „Gravity“‑Prozess aufgenommen hat. Die Stadt steht dabei symbolisch für die Brücke zwischen europäischer Tradition und US‑amerikanischer Offenheit, die das Trio in seiner neuen Musik eindrucksvoll verbindet.
Wer sich am 25.3. im A‑Trane einfindet, erlebt Jazz, der melodisch bleibt, jedoch rhythmisch und harmonisch mutig ist: ein „September“‑Konzert, das von Dankbarkeit, Wandel und neuer Schwerelosigkeit erzählt, ganz ohne Nostalgie, dafür voller Zukunft.