Jazz News
Mike Westbrook gestorben
Der britische Jazzkomponist, Pianist und Bandleader Mike Westbrook ist tot. Er starb am 11. April 2026 im Royal Devon and Exeter Hospital, wie sein Manager Peter Conway mitteilte. Westbrook wurde 90 Jahre alt und hinterlässt seine Frau und musikalische Partnerin Kate Westbrook sowie Kinder und Stiefkinder.
Prägende Figur des Jazz
Westbrook galt über Jahrzehnte als eine der wichtigsten Stimmen des britischen Jazz. Nach Einschätzung des Guardian war er eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Genres, während Fachmedien besonders seine großen Ensemble-Arbeiten und seine Offenheit für Theater, Poesie und europäische Kunstmusik hervorheben.
Europäische Handschrift
Besonders deutlich wird seine Bedeutung in dem von Bert Noglik formulierten Satz, Westbrook habe „European jazz its own sound“ gegeben. Gemeint ist damit seine Fähigkeit, amerikanische Vorbilder aufzunehmen und daraus eine eigenständige europäische Klangsprache zu entwickeln. Diese Mischung aus Jazz, Literatur, Bühne und großformatiger Komposition wurde zu seinem Markenzeichen.
Wichtige Werke
Westbrook wurde in den 1960er-Jahren mit ambitionierten Aufnahmen wie Celebration und Marching Song bekannt. Später folgten große Werke wie The Cortege und On Duke’s Birthday, außerdem zahlreiche Projekte mit seiner Frau Kate Westbrook. Sein Werk steht für einen Jazz, der sich nie mit Routine begnügte, sondern immer nach neuen Formen suchte.
Nachwirkung
Mit Mike Westbrook verliert der Jazz einen Künstler, der Komposition, Improvisation und erzählerische Kraft auf besondere Weise verband. Sein Einfluss reicht weit über Großbritannien hinaus und prägt bis heute das Verständnis von europäischem Jazz.