Jazz News
Oster-Nacht-Klänge: Wenn Jazz zur Andacht wird
Ein Abend zwischen Klang, Stille und innerer Einkehr
Am späten Osterabend, wenn die Stadt langsam zur Ruhe kommt, öffnet die Berliner Heilig-Kreuz-Kirche ihre Türen für ein besonderes Klangerlebnis: Die „NachtKlänge“ laden ein zu einer musikalischen Reise, die weit über ein klassisches Konzert hinausgeht. Unter dem Titel „Meditation of the Heart“ entfaltet das Axinia-Schönfeld-Trio einen Raum, in dem Jazz auf Spiritualität trifft – und Ostern eine neue, hörbare Dimension bekommt.
Musik, die nach innen führt
Ostern ist traditionell ein Fest der Hoffnung und des Neubeginns. Genau hier setzt dieser Abend an: Statt lauter Feierlichkeit erwartet das Publikum eine intime, fast meditative Atmosphäre. Die Mischung aus Jazz-Standards, Spirituals und eigenen Kompositionen wirkt wie ein musikalisches Innehalten – mal zart und getragen, mal frei und suchend.
Das Besondere: Die Musik darf nicht nur gehört, sondern auch körperlich erfahren werden. Wer möchte, kann sich auf Matten legen, die warmen Klänge aufnehmen und sich ganz auf das Hören einlassen. Ein Konzert, das eher einer inneren Reise gleicht als einem klassischen Bühnenformat.
Drei Stimmen, ein Klangraum
Im Zentrum steht Axinia Schönfeld – Sängerin, Pianistin und Pfarrerin. Ihre Musik verbindet scheinbar Gegensätzliches: Jazz und Theologie, Improvisation und liturgische Tiefe. Ihre markante Stimme trägt durch Balladen, die zugleich persönlich und spirituell wirken.
An ihrer Seite: Friedhelm Schönfeld am Altsaxofon, eine prägende Figur des deutschen Jazz. Sein Spiel ist melodisch, erzählerisch – fast wie eine zweite Stimme im Dialog mit dem Gesang. Ergänzt wird das Trio durch Gerhard Kubach am Kontrabass, dessen warmer, facettenreicher Klang den musikalischen Raum erdet und zusammenhält.
Klang trifft Raum
Die Heilig-Kreuz-Kirche wird an diesem Abend selbst zum Instrument. Zwischen hohen Decken und sanftem Licht entfaltet sich eine Atmosphäre, die Zuhören neu definiert. Die Reihe „NachtKlänge“ setzt bewusst auf transkulturelle, akustische Musik – reduziert, intensiv und nah.
So wird aus einem Konzert ein Ostererlebnis der besonderen Art: leise, tiefgehend und überraschend zeitgemäß. Ein Abend, der nicht laut verkündet, sondern spürbar macht, worum es an Ostern vielleicht wirklich geht – um das Lauschen nach innen.
Am Sonntag, 5. April 2026 um 21:00 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Straße 65, 10961 Berlin.