Ella Radio

Jazz News

Ramiro Zayas und die Kraft der großen Besetzung

11. Februar 2026

Ramiro Zayas und die Kraft der großen Besetzung

Vom Pianisten zum Klangarchitekten

Ramiro Zayas ist Jazzmusiker durch und durch. So wie viele der Menschen, mit denen wir bei Ella sprechen. Doch bei ihm nahm die musikalische Reise eine besondere Wendung: Irgendwann wurde ihm klar, dass das Klavier, eigentlich sein ureigenes Instrument, für ihn vor allem ein Werkzeug ist. Ein Mittel, um die Melodien und Ideen aus seinem Kopf in die Welt zu tragen.

Seitdem zieht es ihn immer stärker zum Komponieren. Statt selbst im Rampenlicht zu stehen, widmet er sich lieber dem Erschaffen von Klangwelten, die andere Musikerinnen und Musiker zum Leben erwecken.

Eine Big Band als neue Herausforderung

Vor zwei Jahren ergab sich für Zayas eine einmalige Gelegenheit: Er durfte ein komplettes Album für das Basel Jazz Orchestra komponieren – eine ausgewachsene Big Band. Für ihn ein Meilenstein.

„So etwas hatte ich noch nie gemacht!“, erzählt er im Ella-Interview. Plötzlich ging es nicht mehr nur um kleine Besetzungen, sondern um komplexe Arrangements für viele Stimmen. Er spricht offen über typische Anfängerfehler beim Komponieren, über die Herausforderungen großer Ensembles und darüber, wie sehr sich das Schreiben für eine kleine Combo von dem für ein ganzes Orchester unterscheidet.

Auch die wirtschaftliche Seite kommt zur Sprache: Eine Big Band zu betreiben ist aufwendig – und teuer. Umso größer ist der Respekt vor allen, die sich dieser musikalischen Form verschrieben haben.

„Familia“ – Musik für eine neue Familie

Natürlich bringt Ramiro Zayas auch Musik mit ins Interview. Vom Album Familia, das er gemeinsam mit dem Basel Jazz Orchestra aufgenommen hat. Der gleichnamige Titel ist mehr als nur ein Stück – er ist eine Liebeserklärung an seine neue musikalische Familie.

Für Zayas ist das Orchester längst mehr als ein Projekt. Es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der gemeinsamen Kreativität. In der Zusammenarbeit entstand nicht nur Musik, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

Zwischen Einsamkeit und Inspiration

Doch der Weg des Komponisten ist nicht immer leicht. Zayas spricht auch über die stillen, manchmal einsamen Momente am Schreibtisch. Stundenlanges Tüfteln, Schreiben, Verwerfen und Neuanfangen gehört zum Alltag.

„Dann gehe ich in einen Jazzclub, spiele ein paar Nummern mit – und dann geht’s wieder“, sagt er. Der direkte Kontakt zur Musik, zu anderen Musikerinnen und Musikern, gibt ihm neue Energie und Inspiration.

Ein Musiker mit Weitblick

Ramiro Zayas zeigt, dass Jazz nicht nur auf der Bühne entsteht, sondern oft im Stillen, im Kopf und auf dem Papier. Zwischen Leidenschaft, Disziplin und Gemeinschaft hat er seinen eigenen Weg gefunden.

Das gesamte Ella-Interview mit Eric Sommer gibt es hier zum Nachhören: