Jazz News
Rebekka Salomea: „Gibt es DEN Jazz?“
Rebekka Salomea ist aktuell „Künstlerin des Jahres“ beim Deutschen Jazzpreis 2026 – und damit eine der prägenden Stimmen der jungen deutschen Szene. Zwei Monate nach der Verleihung in Bremen spricht sie bei Ella darüber, wie sie heute auf Jazz blickt und warum Schubladen ihr zu eng geworden sind.
Zwei Monate nach dem Preis
Die Verleihung des Deutschen Jazzpreises fand am 25. April im Rahmen der jazzahead! in Bremen statt, wo insgesamt 22 Persönlichkeiten und Projekte ausgezeichnet wurden. Für Rebekka Salomea war die Ehrung als „Künstlerin des Jahres“ Anerkennung und Auftrag zugleich: Jazz nicht nur zu bewahren, sondern weiterzudenken und mit anderen Sounds zu vernetzen.
Gibt es „den“ Jazz?
Auf die Frage, ob es den einen Jazz überhaupt gibt, reagiert Rebekka Salomea mit einem klaren Nein: Für sie ist Jazz vor allem eine Haltung, ein Raum für Freiheit, Risiko und Zuhören. Statt einer klar abgegrenzten Stilrichtung denkt sie Jazz als offenes System, das sich ständig verändert, Einflüsse aufnimmt und so auch gesellschaftliche Entwicklungen spiegelt.
Eine Einladung in die Jazzwelt
Ihre Musik mit der Kölner Band SALOMEA wird oft zwischen Neo-Soul, RnB, Hip-Hop und zeitgenössischem Jazz verortet – genau diese Grenzgänge versteht sie als Einladung in die Jazzwelt. Die Songs eröffnen einen emotionalen Raum zwischen Schmerz und Schönheit, zwischen Widerstand und Zugehörigkeit und holen damit auch Menschen ab, die sich selbst nicht als klassische Jazzhörer sehen.
Jazz als Zukunftslabor
Als „Künstlerin des Jahres“ steht Rebekka Salomea für eine Generation, die Jazz als Zukunftslabor begreift: stilübergreifend, digital vernetzt und politisch sensibel. Wenn sie bei Ella über ihre Musik spricht, geht es deshalb immer auch um die Frage, wie wir heute leben wollen – und welche Sounds uns dabei begleiten können.