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Sean Haefeli: Von Indianapolis über Chicago nach Berlin
Jazzpianist, Sänger, Spoken-Word-Künstler – und Wahlberliner: Sean Haefeli ist heute zu Gast bei Ella Radio. Ein Musiker, dessen Weg von Indianapolis über Chicago nach Berlin führte und der Jazz mit Soul, Hip-Hop, Gospel und Spoken Word verbindet. Im Gespräch geht es um seine Musik, seine Wahlheimat Berlin – und um einen besonderen Auftritt beim 60. Montreux Jazz Festival.
Zwischen Jazz, Hip-Hop und Spoken Word
Sean Haefeli stammt aus Indianapolis und lebte später in Chicago, bevor Berlin zu seinem Lebensmittelpunkt wurde. Musikalisch lässt er sich nur schwer in eine einzelne Schublade stecken. Haefeli ist Pianist und Sänger, schreibt Texte und verbindet improvisierten Jazz mit Elementen aus Soul, Hip-Hop, Gospel und Spoken Word.
Diese Verbindung zieht sich durch seine Arbeit seit vielen Jahren. Seine Diskografie reicht bis ins Jahr 2002 zurück. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Natural Hunger, Sound Strategy, RISE und Just Beneath a Dream. 2025 erschien sein Album Flying Broken Form, für das Haefeli unter anderem als Sänger, Keyboarder, Komponist, Texter, Arrangeur und Produzent verantwortlich zeichnet.
Auch mit der Berliner Jazz- und Clubszene ist er eng verbunden. Unter anderem war Haefeli als Sänger mit der Band Jazzanova international unterwegs.
Ein Besuch in Berlin, der alles veränderte
Dass Sean Haefeli heute in Berlin lebt, war ursprünglich nicht unbedingt geplant. Bei einem Besuch lernte er die Stadt kennen – und entschied sich, hierherzuziehen. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Berlin seine Heimat.
Was ihn damals so unmittelbar an der Stadt faszinierte und warum aus einem Besuch ein neues Leben wurde, erzählt Haefeli heute bei Ella Radio.
Berlin ist inzwischen nicht nur Wohnort, sondern auch Teil seines musikalischen Umfelds. Auf Flying Broken Form arbeitete er beispielsweise mit Musikern aus der Berliner Szene zusammen, darunter Francesco Beccaro, Magro, Ben Kraef und Dima Bondarev.
Sean Haefeli beim 60. Montreux Jazz Festival
Im Juli 2026 stand für Haefeli ein besonderer Termin im Kalender: ein Auftritt bei der 60. Ausgabe des legendären Montreux Jazz Festival in der Schweiz.
Das Jubiläumsprogramm brachte internationale Größen wie Gregory Porter, Marcus Miller und Van Morrison an den Genfersee. Haefeli trat am 4. Juli im The Memphis auf. Sein Konzert war Teil einer „Montreux Jazz Artists Foundation Night“.
Dabei ist eine Einordnung wichtig: Haefeli spielte nicht im kostenpflichtigen Hauptprogramm der großen Festivalbühnen, sondern im Rahmen des Programms der Montreux Jazz Artists Foundation. Die Stiftung widmet sich der Entdeckung und Förderung von Musikerinnen und Musikern und bietet ihnen während des Festivals eine internationale Plattform.
The Memphis passt dazu: Der Jazzclub gehört während des Festivals zu den zentralen Orten der Foundation. Neben Konzerten finden dort Workshops, Screenings und die für Montreux typischen nächtlichen Jam Sessions statt.
Wie kommt man eigentlich nach Montreux?
Wie Haefeli konkret zu seinem Auftritt in Montreux kam, lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Informationen nicht eindeutig rekonstruieren. Bekannt ist, dass sein Konzert Teil der Montreux Jazz Artists Foundation Night war und von der US Mission to the United Nations and Other International Organizations in Geneva unterstützt wurde.
Die spannende Geschichte dahinter kann deshalb am besten einer erzählen: Sean Haefeli selbst.
Wie erfährt man als Musiker, dass man beim Montreux Jazz Festival auftreten wird? Was passiert zwischen Einladung und Soundcheck? Und wie fühlt es sich an, Teil eines Festivals zu sein, auf dessen Bühnen seit Jahrzehnten einige der größten Namen der Musikgeschichte stehen?
Montreux hinter den Kulissen
Das Montreux Jazz Festival ist nicht nur für seine Konzerte bekannt. Seit seiner Gründung 1967 hat es sich einen besonderen Ruf für die Nähe zwischen Künstlern, Publikum und Festivalorganisation erarbeitet. Hinter den Bühnen arbeitet eine umfangreiche Produktion, die Musiker vom Soundcheck bis nach dem Konzert betreut.
Für einen Künstler ist die Perspektive darauf eine andere als für die Besucher am Genfersee. Was bekommt man backstage vom Festival mit? Begegnet man anderen Musikern? Wie viel Glamour steckt tatsächlich hinter dem großen Namen – und wie viel ganz normale Arbeit?
Von Indianapolis über Chicago nach Berlin
Hinter dem Montreux-Auftritt steht eine wesentlich längere Geschichte. Sie beginnt in Indianapolis, führt durch die Musikszene Chicagos und schließlich nach Berlin. Haefeli hat dabei eine eigene musikalische Sprache entwickelt, in der Jazz nicht als abgeschlossenes Genre verstanden wird. Klavier und Improvisation treffen auf Gesang, Rhythmus und Sprache.
Heute lebt und arbeitet er in Berlin – und ist mit seiner Musik weiterhin international unterwegs.
Sean Haefeli ist heute zu Gast bei Ella . Wir sprechen mit ihm über seinen Weg nach Berlin, seine Musik, seinen Auftritt beim 60. Montreux Jazz Festival und darüber, wie sich eines der berühmtesten Musikfestivals der Welt anfühlt, wenn man nicht vor, sondern auf der Bühne steht: