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Silent Jazz Bar denkt über Kopfhörerkonzerte nach
Die Idee klang nach einem Traum für Jazzliebhaber mit Sinn für leise Töne: eine Bar, in der Livemusik und Gespräche auf entspannter Zimmerlautstärke stattfinden – mitten im Berliner Stadtteil Schöneberg. Doch das Konzept der Silent Jazz Bar, gegründet von den Musikern Urs Johnen und Alexander Wienand, stößt nun an seine Grenzen. Trotz aller Rücksichtnahme hat sich die lärmempfindliche Nachbarschaft beschwert. Im exklusiven ELLA-Interview erzählen Johnen und Wienand erstmals, dass sie über eine radikale Neuausrichtung nachdenken: Kopfhörerkonzerte.

Von der Idee zur Neuauflage
Seit ihrer Eröffnung im vergangenen Jahr war die Silent Jazz Bar ein intimes Refugium für die Berliner Szene. Anders als in klassischen Jazzclubs finden hier pro Abend zwei kurze Livemusikblöcke à 20 Minuten statt – bewusst durchbrochen von Pausen zum Plaudern. Der Clou: Musik und Gespräche sollten nie lauter sein als ein Wohnzimmerabend mit Freunden. Was als Rückzugsort vom Lärm der Stadt gedacht war, führte überraschenderweise zu genau dem Gegenteil – zu Konflikten mit der Nachbarschaft.
„Fast wie im Studio“
Nun soll der Name „Silent Jazz Bar“ eine ganz neue Bedeutung bekommen. Johnen und Wienand planen Kopfhörerkonzerte – inspiriert von den bekannten „Silent Discos“. Künftig sollen Gäste ihre Jazz-Sessions über Funkkopfhörer hören, jeder mit individuellem Sounderlebnis. „Das ist fast so, als sei man direkt mit im Studio“, sagt Johnen. Die Betreiber versprechen sich davon nicht nur Ruhe für die Umgebung, sondern auch ein völlig neues Hörerlebnis. Die Pläne seien bereits konkret in Arbeit.
Die kleinste Bühne Europas
Berühmt ist die Bar außerdem für ihre winzige Bühne – „die wohl kleinste Fläche Europas, auf der ein Trio Platz hat“, wie Wienand lachend erzählt. Mitunter drängten sich sogar fünf Musiker*innen darauf. Trotz des Mini-Formats hat sich die Silent Jazz Bar schnell zu einem festen Treffpunkt der Berliner Jazzszene entwickelt. Das Programm wird fast vollständig von der Community selbst gestaltet.
Jazz mit Zukunft
So leise und zugleich lautstark engagiert wie in der Silent Jazz Bar klingt Jazz selten. Jetzt hoffen die beiden Betreiber, dass ihr Konzept bald nicht nur kreative, sondern auch wirtschaftlich „schwarze Zahlen“ schreibt – und dass künftig niemand mehr zu laut ist für die Stille.
Hier gibt es das ganze Interview bei Ella zum Nachhören: