Jazz News
Stefanie Boltz und die Poesie des Mittsommers
Die Tage sind lang, die Nächte leuchten und die Natur steht in voller Blüte – die Sommersonnenwende markiert den Höhepunkt des Jahres und ist seit Jahrhunderten ein Symbol für Licht, Fülle und Aufbruch. Genau dieser besonderen Stimmung widmet sich die Jazzsängerin, Songwriterin und Klangkünstlerin Stefanie Boltz mit ihrem aktuellen Programm „Midsummer Poem“. Heute ist sie zu Gast bei Ella und nimmt uns mit auf eine musikalische Reise durch die hellste Zeit des Jahres.
Sommer als Klanglandschaft
Stefanie Boltz versteht den Sommer nicht als bloße Jahreszeit, sondern als Gefühl. In „Midsummer Poem“ verwandelt sie Bilder von warmem Licht, flirrenden Nächten, Düften und Naturgeräuschen in eine atmosphärische Klangwelt. Zwischen Leichtigkeit und Melancholie entsteht ein musikalischer Raum, der zum Innehalten einlädt und die Frage stellt: Was macht den Zauber des Mittsommers eigentlich aus?
Die Künstlerin, die ursprünglich als Logopädin arbeitete und später Sprechwissenschaften studierte, verbindet in ihrer Musik Sprache, Stimme und Improvisation zu einer ganz eigenen Erzählweise. Diese besondere Sensibilität für Worte und Klänge prägt auch ihr aktuelles Projekt.
Stimme, Cello und elektronische Weite
Gemeinsam mit dem serbischen Cellisten Nenad Uskokovic erschafft Stefanie Boltz eine ungewöhnliche Klangästhetik. Stimme, Cello, E-Bass, Effekte und Loops verschmelzen zu schwebenden Klangteppichen, die gleichzeitig intim und orchestral wirken. Statt klassischer Sommerhits mit Gitarren und Popbeats entstehen cineastische Soundlandschaften voller Raum und Tiefe.
Bekannte Titel wie „Everybody Loves the Sunshine“, „Watermelon Man“, „Slow Hot Wind“ oder „Summer Breeze“ werden dabei neu interpretiert und in einen entschleunigten, fast tranceartigen Kontext gesetzt. So wird aus vertrauten Melodien ein musikalischer „Summer State of Mind“, der die Zwischentöne des Sommers hörbar macht.
Die Magie der Sommersonnenwende
Der Mittsommer ist der längste Tag des Jahres – ein Moment voller Energie, aber auch ein Wendepunkt. Denn genau dann beginnt das Licht bereits wieder langsam abzunehmen. Dieses Spannungsfeld zwischen Fülle und Vergänglichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch „Midsummer Poem“.
Bei Ella sprechen wir mit Stefanie Boltz darüber, wie sich Natur, Licht und Jahreszeiten in Musik übersetzen lassen, welche Rolle Wiederholung, Stille und Improvisation dabei spielen und warum gerade die leiseren Momente oft die intensivsten sind.
Zwischen Rausch und Melancholie
Sommer bedeutet nicht nur Urlaub, Sonne und Leichtigkeit. Er kann auch schlaflose Nächte, Sehnsucht, Hitze und Einsamkeit bedeuten. Genau diese Vielfalt macht Stefanie Boltz zum Thema ihrer Musik. Sie feiert den Sommer nicht als Klischee, sondern als poetischen Ausnahmezustand voller Farben, Emotionen und Geschichten.
Jetzt das Interview mit Eric Sommer nachhören: