Jazz News
Wolfgang Haffner fühlt sich wie ein kleiner Junge
Wenn Wolfgang Haffner auf der Bühne steht und die Scheinwerfer angehen, fühlt er sich „immer noch wie der neunjährige Wolfgang aus Wunsiedel“. In diesem einfachen, aber berührenden Satz steckt die Essenz eines außergewöhnlichen Musikerlebens. Der Jazzschlagzeuger gilt längst als einer der bedeutendsten internationalen Botschafter des deutschen Jazz – ein Weltstar, der dennoch tief in seiner fränkischen Heimat verwurzelt bleibt.
60 Jahre Leben, 50 Jahre Bühne
Im vergangenen Jahr feierte Haffner seinen 60. Geburtstag – und gleichzeitig ein halbes Jahrhundert auf der Bühne. Über 400 Alben, mehr als 2000 Konzerte in rund 100 Ländern, Begegnungen mit Musikgrößen wie Al Jarreau, Bill Evans, Nils Landgren, Hildegard Knef und Chaka Khan: Seine Vita liest sich wie ein Stück Jazzgeschichte. Aktuell ist Haffner mit seiner großen Jubiläumstour unterwegs, die ihn um den Globus führt – am Dienstag macht sie Halt im Berliner Columbiatheater.
Vom Gottesdienst zur Weltkarriere
Im Gespräch mit Ella-Moderator Eric Sommer erinnert sich Haffner an seinen allerersten Auftritt – einen Open-Air-Gottesdienst in der Nähe seines Heimatorts Wunsiedel. Damals wie heute spürte er, was ihn bis heute antreibt: die pure Freude am Spielen. „Wenn der erste Schlag auf die Trommel fällt, ist alles andere vergessen“, sagt er.
Stars, Anekdoten und ein Kajalstift
Im Laufe seiner Karriere hat Haffner mit den Großen der Branche getourt, von Al Jarreau bis Chaka Khan. Mit einem Augenzwinkern erzählt er im Ella-Interview auch von seinem ersten Fernsehauftritt – und wie dabei ein Kajalstift und Schlagersänger Chris Roberts eine unerwartete Rolle spielten.
Ein Musiker mit Herz und Humor
Trotz aller Erfolge bleibt Wolfgang Haffner der sympathische Junge aus Oberfranken: geerdet, humorvoll und bescheiden. „Wenn die Scheinwerfer angehen“, sagt er, „bin ich immer noch derselbe wie damals – nur mit etwas mehr Erfahrung im Gepäck.“
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