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Zwischen Free Jazz und Klangforschung

25. Februar 2026

Zwischen Free Jazz und Klangforschung

Wenn Felix Komoll, Johannes Fink und Shinichi Nakajima am 12. März 2026 in der Alte Feuerwache Friedrichshain auftreten, ist das formal Teil des dortigen Jazzprogramms – stilistisch jedoch bewegt sich das Trio bewusst an den Rändern des Genres. Ihre Arbeit lässt sich am ehesten im Spannungsfeld zwischen Free Jazz und zeitgenössischer Improvisationsmusik verorten.

Musik als offener Prozess

Im Zentrum steht nicht das ausgearbeitete Stück, sondern dessen Entstehung. Die drei Musiker entwickeln Ideen im gemeinsamen Spiel zu offenen Konzeptstrukturen weiter. Was entsteht, sind narrative Klangverläufe, gespeist aus Stille, Verdichtung und spontaner Reaktion. Klassische Songformen oder festgelegte Dramaturgien spielen dabei keine Rolle. Stattdessen verschränken sich traditionelle Jazzästhetik, experimentelle Spielweisen und intellektuelle wie teils mystische Bezüge zu einem dynamischen Ganzen.

Improvisation fungiert hier nicht als Soloformat über harmonischem Gerüst, sondern als kollektiver Denk- und Hörprozess.

Drei Biografien, ein Dialog

JohannesFink stammt aus einer Musikerfamilie und fand nach Stationen an Klavier, Schlagzeug, Gitarre und Kontrabass im Cello sein zentrales Ausdrucksmittel. Von Berlin aus arbeitete er mit internationalen Jazzgrößen wie Henry Threadgill, Lee Konitz, Louis Sclavis und Tyshawn Sorey. Komposition und freie Improvisation bilden die Pole seiner Arbeit.

Der Schlagzeuger ShinichiNakajima kam während seines Physikstudiums über eine Big Band zum Jazz. Nach Ausbildungs- und Auftrittsjahren in Osaka und Tokio lebt er seit 2014 in Berlin und ist in unterschiedlichen Formationen zwischen Jazz, Funk, Latin und Free Jazz aktiv.

FelixKomoll erhielt früh Klavier- und Gitarrenunterricht und studierte unter anderem in Jerusalem und New York. Als Komponist bewegt er sich an den Schnittstellen von improvisierter und komponierter Musik. Seine Bearbeitungen von Werken Béla Bartóks und Sergej Prokofjews für Konzertgitarre fanden internationale Beachtung.

Jenseits fester Genregrenzen

Ob Jazz? Ja – insofern Improvisation, Interaktion und Spontaneität tragende Elemente sind. Und doch überschreitet das Trio bewusst dogmatische Grenzen. Ihre Musik versteht sich weniger als Stilbekenntnis denn als Erfahrungsraum: ein offener Dialog, in dem Klang zur unmittelbaren, gemeinsam erzeugten Gegenwart wird.