
Antonio Carlos Jobim
Geboren
25. Januar 1927
Rio de Janeiro, Brasilien
Gestorben
8. Dezember 1994
New York City
Künstlerischer Schwerpunkt
Klavier & Gitarre
Auszeichnungen
Biografie
Antonio Carlos Brasileiro de Almeida Jobim, bekannt als Tom Jobim, wurde am 25. Januar 1927 in Rio de Janeiro geboren. Er war Pianist, Gitarrist, Komponist und Sänger und gilt als einer der Schöpfer der Bossa Nova – einer musikalischen Revolution, die Jazz und brasilianische Samba-Rhythmen zu einem neuen, weltumspannenden Genre verschmolz.
Frühe Jahre und musikalische Ausbildung
Jobim wuchs in einer bildungsbürgerlichen Familie auf und erhielt klassische Klavierausbildung. In den 1950er Jahren arbeitete er als Pianist und Arrangeur in Nachtclubs und für Plattenfirmen in Rio de Janeiro. Zusammen mit dem Dichter Vinicius de Moraes komponierte er Lieder, die die Grundlage für die Bossa Nova bildeten.
Die Geburt der Bossa Nova
1958 schrieb Jobim für den Film "Orfeu Negro" (Schwarzer Orpheus) die Musik – darunter den Klassiker "A Felicidade". Doch der eigentliche Durchbruch kam 1962 mit dem Album "Getz/Gilberto", einer Zusammenarbeit zwischen Stan Getz, João Gilberto und Jobim. Das Album enthielt Jobims Kompositionen "The Girl from Ipanema", "Desafinado" und "Corcovado" und wurde zu einem der erfolgreichsten Jazz-Alben aller Zeiten. Es gewann den Grammy für "Album des Jahres" – eine außergewöhnliche Ehre für ein Jazzalbum.
Weltstar und zeitlose Melodien
"The Girl from Ipanema" wurde zu einem der meistgespielten Songs der Welt und machte Jobim international berühmt. Seine Kompositionen zeichnen sich durch raffinierte Harmonien, subtile Rhythmen und eine melancholische Schönheit aus, die Jazz, klassische Musik und brasilianische Volksmusik miteinander verbindet.
Jobim arbeitete mit zahllosen internationalen Stars zusammen, darunter Frank Sinatra (Album "Francis Albert Sinatra & Antônio Carlos Jobim", 1967), Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und viele andere. Seine Lieder wie "Wave", "Meditation", "One Note Samba" und "Waters of March" gehören zum Standard-Repertoire des Jazz.
Späte Jahre und Vermächtnis
In seinen späteren Jahren wandte sich Jobim auch ökologischen Themen zu und komponierte Werke, die die Schönheit der brasilianischen Natur und die Sorge um ihre Zerstörung thematisierten. Sein Album "Antonio Brasileiro" (1994) gewann einen Grammy für "Best Latin Jazz Album".
Antonio Carlos Jobim starb am 8. Dezember 1994 in New York an Herzversagen. Sein Vermächtnis lebt weiter – die Bossa Nova ist heute ein fester Bestandteil der Weltmusik, und seine Melodien werden weltweit gespielt, geliebt und neu interpretiert. Jobim war nicht nur ein Komponist, sondern ein musikalischer Poet, der die Seele Brasiliens in Töne fasste.