
Brad Mehldau
Geboren
23. August 1970
Jacksonville, Florida
Künstlerischer Schwerpunkt
Klavier
Auszeichnungen
Biografie
Brad Mehldau wurde am 23. August 1970 in Jacksonville, Florida, geboren. Mit zehn Jahren zog er mit seiner Familie nach West Hartford, Connecticut, wo er Klavierunterricht erhielt und sich zunächst intensiv mit klassischer Musik beschäftigte. Komponisten wie Brahms und Schubert prägten sein frühes musikalisches Denken.
Im Alter von 14 Jahren entdeckte er den Jazz für sich – beeinflusst von John Coltrane sowie von Keith Jarretts legendären Konzerten in Bremen und Lausanne. An der Hall High School begann er, Jazzsoli systematisch zu transkribieren und entwickelte so früh ein analytisches Verständnis für Improvisation und Form.
Von 1988 bis 1993 studierte Mehldau an der New School in New York bei Fred Hersch und Junior Mance. Bereits während des Studiums tourte er mit Christopher Hollyday und Jimmy Cobb. Als Sideman im Quartett von Joshua Redman – unter anderem auf dem Album Moodswing (1994) – machte er erstmals international auf sich aufmerksam.
Durchbruch und künstlerische Entwicklung
1995 erschien mit Introducing Brad Mehldau sein Debütalbum bei Warner Bros. Der große Durchbruch folgte mit der Art of the Trio-Reihe (1996–2001), die er gemeinsam mit Larry Grenadier und Jorge Rossy, später Jeff Ballard, aufnahm. Diese Serie machte ihn zu einer der prägenden Figuren des modernen Jazzpianos.
Parallel dazu erweiterte er konsequent sein künstlerisches Spektrum. Mit dem Soloalbum Elegiac Cycle (1999) präsentierte er eine introspektive, stark strukturierte Seite. Largo (2002) integrierte erstmals deutlich Rock- und Pop-Elemente und öffnete seinen Sound für neue Hörerschichten.
2020 erhielt Mehldau für Finding Gabriel einen Grammy. Zu seinen wichtigen Kooperationen zählen Projekte mit Pat Metheny, Renée Fleming und Anne Sofie von Otter.
Stil, Innovation und Einfluss
Brad Mehldau ist bekannt für sein komplexes, kontrapunktisches Spiel, bei dem beide Hände oft unabhängig voneinander melodisch agieren. Er verbindet Jazz mit Einflüssen aus Pop und Rock – etwa von Radiohead oder Oasis – ebenso wie mit klassischer Musik. Damit wurde er zu einem der einflussreichsten Pianisten seiner Generation.
Sein orchestrales Werk Highway Rider (2010) erweiterte das Jazzformat um sinfonische Elemente. Mit dem Duo Mehliana und Schlagzeuger Mark Guiliana erforschte er elektronische Klangwelten. In After Bach (2018) trat er in einen musikalischen Dialog mit Johann Sebastian Bach.
Seine 2023 erschienene Autobiografie Formation reflektiert schließlich seinen eigenen musikalischen Weg und seinen Platz innerhalb der Jazztradition.
Brad Mehldau steht damit für einen Jazz, der intellektuelle Tiefe, emotionale Offenheit und stilistische Neugier auf einzigartige Weise verbindet.