
Lester Young
Geboren
27. August 1909
Woodville, Mississippi
Gestorben
15. März 1959
New York City
Künstlerischer Schwerpunkt
Tenorsaxophon
Auszeichnungen
Biografie
Lester Willis Young, genannt „Pres" oder „Prez" (kurz für „President of the Tenor Saxophone"), wurde am 27. August 1909 in Woodville, Mississippi geboren. Er wuchs in einer reisenden Musikerfamilie auf und lernte früh verschiedene Instrumente. Young entwickelte einen revolutionären Stil am Tenorsaxophon, der im Gegensatz zum damals dominierenden kraftvollen Sound von Coleman Hawkins stand.
Revolutionärer Stil
Young's Spiel war charakterisiert durch einen leichten, luftigen Ton, eine entspannte Phrasierung und eine melodische Herangehensweise, die dem Gesang nahe kam. Seine horizontale, lineare Improvisationsweise – im Gegensatz zu Hawkins' vertikaler, akkordbasierter Methode – beeinflusste die Entwicklung des Cool Jazz und des Bebop maßgeblich. Charlie Parker nannte ihn als eine seiner wichtigsten Einflüsse.
Count Basie Orchestra
Von 1936 bis 1940 war Young Mitglied des Count Basie Orchestra, wo er zu voller Blüte kam. Seine Soli auf Stücken wie „Lester Leaps In" und „Taxi War Dance" gehören zu den Meilensteinen der Jazzgeschichte. Seine lässige, coole Spielweise passte perfekt zu Basies swingender, rhythmischer Band.
Billie Holiday und Kansas City Sound
Young hatte eine enge musikalische und persönliche Beziehung zu Billie Holiday, die ihm den Spitznamen „Pres" gab (er nannte sie im Gegenzug „Lady Day"). Ihre gemeinsamen Aufnahmen in den späten 1930er Jahren gehören zu den schönsten Momenten der Jazzgeschichte. Young war auch ein zentraler Vertreter des „Kansas City Sound" – eines lockeren, bluesbasierten Swing-Stils.
Späte Jahre und Einfluss
Nach dem Zweiten Weltkrieg, während dessen Young traumatische Erfahrungen in der Armee machte, veränderte sich sein Spiel. Es wurde introspektiver, manchmal melancholischer, aber verlor nie seine melodische Schönheit. Seine Phrasierung und sein entspannter Stil beeinflussten eine ganze Generation von Saxophonisten, darunter Stan Getz, Zoot Sims und Paul Quinichette.
Lester Young starb am 15. März 1959 in New York, nur wenige Stunden nach seiner Rückkehr von einem Auftritt in Paris. Sein Einfluss auf den modernen Jazz ist unermesslich – er war ein wahrer Revolutionär, der das Tenorsaxophon auf neue Wege führte und dessen lyrischer, cooler Stil bis heute nachhallt.