
McCoy Tyner
Geboren
11. Dezember 1938
Philadelphia
Gestorben
6. März 2020
Künstlerischer Schwerpunkt
Klavier
Auszeichnungen
Biografie
Alfred McCoy Tyner wurde am 11. Dezember 1938 in Philadelphia geboren. Mit 13 Jahren begann er Klavier zu spielen und entwickelte sich rasch zu einem der vielversprechendsten jungen Musiker der Stadt. In der lebendigen Philly-Szene kam er früh in Kontakt mit anderen Talenten seiner Generation, darunter Lee Morgan, Jimmy Heath und Bobby Timmons.
Schlüsselrolle im John Coltrane Quartet
1960 wurde Tyner Pianist im John Coltrane Quartet, einer der wichtigsten Jazzformationen der Geschichte. Sein unverwechselbarer Stil – geprägt von kraftvollen, modalen Quart-Voicings in der linken Hand und klaren, rhythmisch markanten Linien in der rechten – war entscheidend für den spirituellen und energetischen Klang des Ensembles.
Mit Coltrane wirkte Tyner an Meilensteinen wie A Love Supreme (1964), Crescent (1964) und den legendären Aufnahmen Live at the Village Vanguard (1961) mit. Diese Werke gehören zu den bedeutendsten der Jazzmoderne.
Karriere nach Coltrane
Nach seinem Ausstieg aus dem Quartett 1965 begann Tyner eine außergewöhnlich vielseitige Solokarriere. Er veröffentlichte eine große Anzahl von Alben – Solo, Trio, Quartett, Sextett und Big Band – und entwickelte seinen modalen, kraftvollen Stil konsequent weiter. Seine Musik berührte viele Richtungen: Hardbop, Modal Jazz, Big Band, World-Einflüsse und Latin-Elemente gehörten zu seinem Repertoire.
In den 1990er Jahren und darüber hinaus wurde Tyner mit mehreren Grammy Awards ausgezeichnet, darunter für Infinity (1995), Journey (1993) und Illuminations (2004).
Spielweise und Einfluss
Tyner spielte mit einer Kraft, die nahezu orchestral wirkte, zugleich aber hochsensibel und melodisch. Seine quartalen Akkordvoicings, sein rhythmischer Drive und sein modaler Ansatz prägten Generationen von Pianisten. Herbie Hancock, Chick Corea, Joanne Brackeen, Geri Allen und viele andere nennen ihn als maßgeblichen Einfluss.
Sein Klang – zugleich wuchtig, erdend, meditativ und modern – wurde zu einem Fundament des Post-Bop und Modal Jazz.
Vermächtnis
McCoy Tyner starb am 6. März 2020. Sein spiritueller, energiegeladener und dennoch zutiefst lyrischer Stil gehört zu den wichtigsten Klavierstimmen des 20. Jahrhunderts. Als einer der großen Erneuerer des Jazzpianos bleibt er ein Musiker, dessen Einfluss weit über seine eigenen Aufnahmen hinausreicht.