
Ornette Coleman
Geboren
9. März 1930
Fort Worth, Texas
Gestorben
11. Juni 2015
New York City
Künstlerischer Schwerpunkt
Altsaxophon
Auszeichnungen
Biografie
Ornette Coleman war der radikalste Erneuerer des Jazz seit Charlie Parker – ein Visionär, der die Regeln der Improvisation neu schrieb und mit seinem revolutionären Ansatz den Free Jazz begründete. Geboren am 9. März 1930 in Fort Worth, Texas, und gestorben am 11. Juni 2015 in New York City, war Coleman ein musikalischer Grenzgänger, dessen Werk die Grenzen des Jazz sprengte.
Coleman lernte Saxophon als Teenager und spielte zunächst in R&B-Bands, doch seine unorthodoxe Spielweise – er ignorierte traditionelle Harmonien und spielte nach Gefühl statt nach Akkordfolgen – machte ihn zur Unperson in der konservativen Jazz-Szene. Doch Coleman ließ sich nicht beirren.
The Shape of Jazz to Come
1959 erschien sein Album „The Shape of Jazz to Come" – ein Manifest des Free Jazz. Coleman spielte ohne Piano, ohne feste Harmonien, ohne die traditionellen Strukturen. Stattdessen improvisierte er frei, folgte melodischen Linien und emotionalen Impulsen. Für viele war das Häresie, für andere eine Offenbarung.
Free Jazz und Harmolodics
1960 nahm Coleman das Doppelalbum „Free Jazz" auf – eine durchgehende, kollektive Improvisation zweier Quartette. Dieses Album gab einer ganzen Bewegung ihren Namen. Coleman entwickelte auch seine eigene musikalische Philosophie, die er „Harmolodics" nannte – ein Konzept, das Melodie, Harmonie und Rhythmus gleichberechtigt behandelte und jedem Musiker völlige improvisatorische Freiheit gab.
Ein Pionier mit Visionen
Coleman experimentierte auch mit klassischen Ensembles, schrieb für Streichquartette und Sinfonieorchester. Seine Komposition „Skies of America" (1972) verband Jazz mit symphonischer Musik. Er spielte Trompete und Violine, obwohl er nach konventionellen Maßstäben „falsch" spielte – doch für Coleman gab es kein Richtig oder Falsch, nur Ausdruck.
Späte Anerkennung
Lange wurde Coleman von der etablierten Jazzwelt ignoriert oder verspottet, doch gegen Ende seines Lebens erhielt er höchste Ehrungen: 2007 gewann er den Pulitzer-Preis für sein Album „Sound Grammar". Seine Einflüsse reichen weit über den Jazz hinaus – von Punk bis zur experimentellen Musik.
Ornette Coleman starb 2015 als anerkannter Meister. Er hatte bewiesen, dass Jazz mehr sein kann als ein Regelwerk – dass er Freiheit, Emotion und Pure Kreativität bedeuten kann.
