
Pharoah Sanders
Geboren
13. Oktober 1940
Little Rock, Arkansas
Gestorben
24. September 2022
Los Angeles
Künstlerischer Schwerpunkt
Saxophon
Auszeichnungen
Biografie
Pharoah Sanders, geboren als Ferrell Lee Sanders am 13. Oktober 1940 in Little Rock, Arkansas, war einer der bedeutendsten amerikanischen Tenorsaxophonisten des Free Jazz und später des Spiritual Jazz. Früh von Blues, Kirche und Schulbands geprägt, entwickelte er einen Stil, der zugleich meditativ, rau, ekstatisch und tief spirituell war. Seine Musik bezog sich häufig auf religiöse und philosophische Ideen, die seinem Spiel eine besondere innere Ausrichtung gaben.
Weggefährte von John Coltrane
In den 1960er Jahren wurde Sanders ein wichtiger musikalischer Partner von John Coltrane, zunächst in dessen späten Quartett- und Sextett-Formationen. Zusammen erweiterten sie den Jazz um neue Ausdrucksformen: intensives Überblasen, Obertöne, rohe Schreie, aber auch lange, tranceartige Linien. Sanders verschob die Grenzen harmonischer Struktur zugunsten eines freien, emotional offenen und spirituell geladenen Ausdrucks – ein Ansatz, der ihn zu einer Schlüsselfigur der Avantgarde machte.
Spiritueller Jazz als Vermächtnis
Mit seinen eigenen Alben, vor allem für Impulse! Records, entwickelte Sanders eine ganz eigene Klangsprache. Seine Musik verband Elemente aus afrikanischen Traditionen, Gospel, Soul, R&B und freier Improvisation. Sein bekanntestes Werk, „The Creator Has a Master Plan" (1969) aus dem Album Karma, wurde zu einer Hymne des Spiritual Jazz und zählt bis heute zu den meistrezipierten Werken des Genres. Sanders inspirierte Musiker weit über die Jazzszene hinaus und machte spirituelle Musik einem breiteren Publikum zugänglich.
Spätere Jahre und bleibender Einfluss
Nach den frei-experimentellen Jahren wandte sich Sanders auch wieder traditionelleren Jazzformen zu und arbeitete mit einer Vielzahl internationaler Musiker zusammen. Trotz seines Alters blieb er neugierig und suchend. Seine letzte große Veröffentlichung, „Promises" (2021) – eine Zusammenarbeit mit Floating Points (Sam Shepherd) und dem London Symphony Orchestra –, wurde international gefeiert und zeigt einen Künstler, der bis zuletzt offen für neue Klangwelten war.
Sanders starb am 24. September 2022 in Los Angeles.
Fazit
Pharoah Sanders war ein unverwechselbarer Klangvisionär, der den Jazz zu einer spirituellen Erfahrung machte. Seine Musik, geprägt von Intensität, Energie und tiefer innerer Bedeutung, hat Generationen inspiriert. Sein Erbe lebt weiter als eines der stärksten Beispiele dafür, wie Klang, Emotion und Spiritualität untrennbar miteinander verbunden sein können.